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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

IT / EDV - Lösungen
Theodor-Veiel-Str. 17
70374 Stuttgart - Bad Cannstatt

Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

8. Juni 2009 1 08 /06 /Juni /2009 19:19

Der Selbstversorger-Gedanke bezieht sich nicht nur auf den einzelnen Menschen und die einzelne Familie, sondern ist ein Konzept, das auch – und gerade – auf der regionalen Ebene Sinn macht. Hier spielt der Begriff der „Mittleren Technologie“ eine große Rolle.

Mittlere Technologie ist etwas, das nicht so einfach ist wie Bleistift und Papier, aber nicht so aufwendig, wie eine riesige, computerisierte Druckerei. Sondern etwas, das in der Mitte liegt und daher ein Optimum zwischen Aufwand und Wirkung bietet.

Mit Kanonen auf Spatzen geschossen

Der Hintergrund ist, das bei den heutigen technischen Möglichkeiten nur allzu oft mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird und vor lauter Technikbegeisterung Lösungen geschaffen werden, die wesentlich mehr können als sie müssen und daher viel zu teuer sind. Ein Beispiel, das Norbert Rost auf der Website „Regionales Wirtschaften“ anführt zeigt, was hier gemeint ist:

Ende 2006 wurden für 2007 Investitionen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro angekündigt, welche in die die Region Hoyerswerda fließen und dort 1500 neu Arbeitsplätze schaffen sollten. Das klingt auf den ersten Blick sehr gut, aber Norbert Rost rechnete nach und fand heraus, dass jeder dieser Arbeitsplätze im Schnitt gut 1,1 Millionen Euro kosten würde. Wenn dies nun der Preis für einen Arbeitsplatz ist, wundert man sich nicht mehr, dass kaum noch neue geschaffen werden.

Allerdings ist hier ein kleiner Denkfehler unterlaufen: Die 1,7 Milliarden Euro sollten nicht wirklich investiert werden, um 1700 Arbeitsplätze zu schaffen, sondern eine weitaus größere Anzahl von sonst erforderlichen Arbeitsplätzen durch massiven Technikeinsatz auf 1700 zu reduzieren. Aber genau das ist das Problem: Arbeitskraft wird mit massiven finanziellen Aufwendungen für Hochtechnologie eingespart, wobei oft mehr als fraglich ist, ob sich das tatsächlich rechnet.

Ist nicht menschliche Arbeitskraft doch billiger?

Offenbar ist es bereits so, dass die Einsparung von menschlicher Arbeitskraft so sehr zu einem Dogma geworden ist, dass es jetzt bereits passieren kann, dass Technik eingesetzt wird, wo menschliche Arbeitskraft billiger wäre und mit einfacheren Mitteln günstiger produziert werden könnte.

Hier setzt nun der Gedanke der mittleren Technologie an. „Mittlere Technologie“ mag, ähnlich wie „Mittelweg“ manchem doch arg nach „mittelmäßig“ klingen. Das mag ja sein, aber bei genauem Hinsehen zeigt sich, dass das gerne abfällig angesehene Mittelmäßige doch in den meisten Fällen auf die Dauer am erfolgreichsten ist. So peinlich es klingen mag: Bei genauem Hinsehen sind es die mittelmäßigen Menschen, die durch die ganze Geschichte die Basis des Erfolgs von Hochkulturen, ruhmreichen Heeren und riesigen Unternehmen waren. Selbst in der Natur regiert da Mittelmaß, di meisten Lebewesen stellen mittelmäßig effiziente Mechanismen dar, die jedoch unter allen möglichen Bedingungen funktionieren und überleben.

Deswegen sollte man sich nicht von brillant erscheinenden, in Wirklichkeit aber lediglich unnötig komplizierten technischen Lösungen beiendrucken lassen. Die einfachste und billigste Lösung, die den Zweck erfüllt ist die beste.

Beispiel Erneuerbare Energiequellen

Ein gutes Beispiel für mittlere Technologie ist die regionale Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen: Kleine Biogas-, Hackschnitzel- und Windkraftwerke sind technisch ausgereifte, nicht zu komplizierte Lösungen, die sich nun schon seit Jahren bewähren und die von mittelständischen Unternehmen gebaut und gewartet werden können. Größere, wesentlich aufwendigere Lösungen, wie etwa Offshore-Windparks sind technischer Overkill, der vor allem denjenigen nutzen, die sie bauen und betreiben. Und das sind ganz gewiss nicht die mittelständischen Betriebe der Region, die den Leuten vor Ort Arbeit geben.

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Kommentare

Michael Klotsche 06/09/2009 22:39

Ein wesentlicher Aspekt, den Schumacher bezüglich der Mittleren Technologien noch erwähnt, liegt im Eigentum an den Produktionsmitteln. Schumacher zitiert dabei in seinem Buch "Small is Beautiful" [Seite 30, Abs. 3] Aldous Huxley. Er weist mit diesem Zitat darauf hin, dass Mittlere Technologien die Möglichkeit schaffen, dass Menschen wieder die Eigentümer ihrer Produktionsmittel und somit ihrer Lebensgrundlagen werden. Dies bedeutet letztendlich die Erlangung eines kleinen Stückchens wirtschaftlicher Macht.

Fokko 06/10/2009 08:44



Vollkommen richtig! Vielen Dank fürden Hinweis! Ein gutes Beispiel dafür ist die dezentrale Gewinnung von Energie: Windparks im Besitz von Kleinanlegern, Biogasanlagen bei Landwirten. Eine
Wirtschaft mit vielen kleinen Produktionseinheiten in vielen "kleinen" Händen bricht die wirtschaftliche und damit politische Macht der Großkonzerne, sorgt nicht nur für günstige Preise, sondern
auch für mehr Demokratie.


Da bekommt der alte Sponti(?)-Spruch aus den 70ern wieder Aktualität: Das Übel an der Wurzel packen, alle Großkonzerne knacken!



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