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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

2. Mai 2009 6 02 /05 /Mai /2009 13:55

Jeder weiß, dass die Jagd heute ein gutes Stück weit in Verruf gekommen ist. Das hat mit damit zu tun, dass – eigentlich zum Glück – der Tierschutzgedanke heute einen festen Platz in unserem Bewusstsein gewonnen hat, mit einer gewissen, realitätsfremden Naturromantik, aber auch mit der Lebensangst der Menschen, die, besonders nach Ereignissen wie dem von Winnenden, in Waffenbesitzern, also auch in Jägern, dafür eine Projektionsfläche finden. 

Der Buhmann der Nation? (Foto: A.K.)

 Vorbehalte gegen oder gar strikte Ablehnung der Jagd haben mit einer gewissen Distanz der Menschen zur Natur in einer urbanisierten Welt zu tun, aber auch mit Volksverdummung durch das etablierte System und nicht zuletzt dem Geltungsbedürfnis einiger Schwärmer und selbsternannter Heilsbringer, die das messianische Friedensreich auf eigene Faust erreichten wollen. Tatsächlich sollte man sich aber doch klar sein, was man tut, wenn man heute auf die Jagd geht und sein Tun auch begründen können.

 Andererseits sollten Menschen, die der Jagd skeptisch oder ablehnend gegenüberstehen, sich zunächst einmal mit ihr auseinandersetzen und die Beweggründe des Jägers ernsthaft und vorbehaltlos untersuchen, anstatt sie einfach nur als Mordlust, Ersatzbefriedigung, Machtgeilheit oder dergleichen abzutun. Daher will ich mit Hilfe einer kleinen Essay-Reihe einmal de Frage nachgehen, ob die Jagd heute noch zeitgemäß ist.

Natur schützen und/oder nutzen?

 Es gibt Menschen - sie nennen sich Tierrechtler, Jagdgegner und Antispeziesisten - die möchten die Jagd gänzlich abschaffen. Ihr harter Kern besteht aus Veganern. Teilweise erhalten diese Schützenhilfe von wohlmeinenden, aber unbedarften "Naturliebhabern", Umwelt- und Naturschützern, die versuchen, menschliche Maßstäbe auf die Natur anzuwenden.

 Die Notwendigkeit von Umwelt und Naturschutz sowie der Nachhaltigkeitsgedanke sind Naturvölkern oft ganz von selbst bewusst, was sich z.B. bei den Philosophien verschiedener Indianerstämme deutlich zeigt. Die Natur bzw. die Erde mit allem, was darauf ist, wird hier als ernährende Urmutter angesehen, der man dankbar sein und sich entsprechend verhalten muss.

Naturschutz ist wichtig

 Diese Dankbarkeit äußert sich vor allem darin, dass man nicht mehr entnimmt als nachwächst, also die natürlichen Ressourcen nachhaltig nutzt. Keineswegs jedoch verbietet diese Dankbarkeit das Töten von Tieren um sie zu essen oder anderweitig zu nutzen.

 In unserer Zivilisation wurde der Naturschutzgedanke mit der Industrialisierung dringend erforderlich. Von einigen wenigen - vor allem Jägern wie Hermann Löns - wurde er bereits früh aufgegriffen, der Masse der Menschen wurde jedoch erst mit dem Auftreten massiver Schäden mehr oder weniger klar, dass man mit der Natur nicht beliebig verfahren kann.

Jagdgegner und -kritiker bezeichnen die Jagd wie sie heute in Deutschland betrieben wird als feudal. Vor der Revolution von 1848 war sie es tatsächlich und wurde mit viel Pomp, Personal und Zeremonien zelebriert, wie hier auf einer Radierung von Johann Elias Ridinger

Wasser predigen und Wein saufen

 Der Schutz unserer Natur und Umwelt ist ein wichtiges Anliegen, dem immer noch zu wenig Bedeutung beigemessen wird. Es wird zwar einiges in dieser Richtung getan, doch ist vieles davon Scheinakktivität, Beschäftigungstherapie und - pure Volksverdummung. Aus der Umweltschutzbewegung der siebziger und frühen achtziger Jahre ist eine profitable Industrie geworden: Man verkauft den Menschen auf der einen Seite angeblich umweltfreundliche Produkte wie Katalysatoren, energiesparende Elektrogeräte und neue, angeblich sparsamere Autos indem man ihnen ein schlechtes Gewissen gegenüber der Umwelt macht.

 Gleichzeitig ignoriert man jedoch auf der anderen Seite wirklich zukunftsweisende, energiesparende bzw. nachwachsende Rohstoffe nutzende Technologien wie Eisenbahn, naturnahe Landwirtschaft und die Kombination aus Windkraft und Biogas. Ja, man hintertreibt sie sogar, da die etablierten Techniken - LKW, industrialisierte Landwirtschaft, Großkraftwerke usw. - für einige wenige so profitabel sind, dass diese die Umweltzerstörung und die erhebliche Minderung der Lebensqualität anderer billigend in Kauf nehmen.

Wer vergewaltigt die Natur?

 So ist es kein Wunder, dass eine Menge Leute unzufrieden sind. Gegen die wirklichen Verursacher dieser Unzufriedenheit glaubt man nichts tun zu können und sucht sich Sündenböcke. Als ein solcher bietet sich der Jäger - oder vielmehr das Zerrbild, welches von ihm gezeichnet wird - an: Reich und rücksichtslos legt er die Hand auf die Natur, tötet nach Belieben und aus Spaß an der Freude Lebewesen um sich Körperteile von ihnen als Siegeszeichen an die Wand zu nageln oder an den Hut zu stecken.

 Solange man keine Jäger persönlich kennt, sondern lediglich das Klischee, welches von uns in den Medien gezeichnet wird, wird man auch kaum verstehen können, was Jäger wirklich tun. Wird man Zeuge einer Jagdszene, scheint sich das Klischee zu bestätigen: Schließlich lässt sich nicht wegleugnen, dass der Jäger tatsächlich Tiere tötet um ihrer habhaft zu werden und sie zu nutzen.

Was sind Jäger für Menschen?

 Tja, was sind das nun für Menschen, die auf die Jagd gehen? Es mag wohl den einen oder anderen brutalen Zeitgenossen geben, der aus Spaß am Töten auf die Jagd geht, genauso wie es den beutegierigen Trophäenergatterer gibt und den reichen Protz, der sich ein kostpieliges Jagdrevier als Statussymbol hält. Die Masse der deutschen Jäger jedoch besteht aus gewöhnlichen Leuten, die sich ganz einfach den kleinen Luxus erlauben, Steinzeitmensch zu spielen, ihrem Jagdtrieb nachzugehen, die Befriedigung zu erleben, Beute zu machen und selbst erlegtes zu verzehren oder anderen Menschen auf den Tisch zu bringen. Man jagt nicht um zu töten, sondern tötet um gejagt zu haben, wie es der spanische Philosoph José Ortega y Gasset ausdrückte.

Etwas ganz natürliches: Der Jagdtrieb

 Das Ausleben des angeborenen Jagdtriebes ist also die Hauptmotivation dafür, Jäger zu werden. Daneben spielen aber oft auch andere Gesichtspunkte eine Rolle: Das Errichten von Hochsitzen und dergleichen zum Beispiel erinnert stark an das Budenbauen in der Kinderzeit und man bezeichnet die Jagd auch als "Abenteuerspielplatz für Erwachsene". Die Reviertätigkeiten sind für viele auch ein Ausgleich zum Alltag, bei dem man in Werkstatt, Büro oder Fabrik eingesperrt ist und sich nicht oder nur einseitig bewegt. Der Jäger ist im Revier an der frischen Luft, bewegt sich vielseitig und erfährt zu dem die Freude am Bauen und Gestalten.

Edelhobby Jagd?

 Die Geschichte vom reichen Jäger ist ebenfalls ein Ammenmärchen, auch wenn Jagdgegner mit den seltsamsten Erklärungsversuchen an der Statistik der deutschen Jagdscheininhaber herumzudeuteln versuchen. Der große Anteil an Landwirten wird damit zu erklären versucht, dass ja Großgrundbesitzer auch Landwirte sind und die Kaufleute unter den Jägern werden mit dem Hinweis darauf kommentiert, dass ja Firmeninhaber grundsätzlich Kaufleute im juristischen Sinne seien.

... und das ist die Jagd heute: Bestenfalls eine schlichte, aber doch stimmungsvolle Würdigung der Jagdstrecke - wenn auch nicht, wie Jagdgegner behaupten, unberechtigt oder anmaßend, so hat man doch Leben genommen und sollte ein wenig innehalten. Ist dies verbliebene Bisschen Tradition etwa feudal?

  Solche Spitzfindigkeiten sind schlichtweg lächerlich. Wären alle jagenden Landwirte Großgrundbesitzer, müsste Deutschland erheblich größer sein oder es bliebe zumindest kein Land mehr übrig, welches die nicht jagenden Bauern bearbeiten könnten.

Jagd ist ein Luxus...

 Sicherlich ist das Duchschnittseinkommen der Jagdscheininhaber höher als das der Gesamtbevölkerung und es finden sich dort prozentual mehr Menschen mit gehobenen Berufen als in der Gesamtbevölkerung. Für ganz arme Leute ist die Jagd tatsächlich nichts, jedoch will das nichts besagen: Ganz arme Leute fahren zum Beispiel auch nicht Auto oder Motorrad. Niemand wird jedoch deswegen den Besitz eines Autos und/oder eines Motorrades als Indiz für Reichtum werten – außer natürlich, wenn man im weltweiten Vergleich arme Länder mit einbezieht, aber dann ist selbst der Ärmste bei uns eigentlich noch reich.

... den sich (fast) jeder leisten kann

 Tatsache ist jedoch, dass man sich bereits mit einem durchschnittlichen Einkommen das Jagen durchaus leisten kann, was sich in etwa auch in der Statistik widerspiegelt: Außer den von Jagdgegnern beargwöhnten Kaufleuten und Landwirten gibt es unter den deutschen Jägern jede Menge Facharbeiter, einfachere Angestellte und Beamte wie Busfahrer, Meister, Steuergehilfen, Polizisten, Waldarbeiter und vieles mehr.

 Betuchte Leute findet man schon eher unter den Inhabern eines eigenen Revieres, denn ganz billig sind die Pacht, die laufenden Ausgaben für den Unterhalt und vor allem der Ersatz des Wildschadens an die Bauern nicht. Da Menschen mit überdurchschnittlichem Einkommen aber meist weniger Freizeit als andere haben, da sie in gehobenen Jobs oder als Unternehmer arbeiten, benötigen die meisten Revierinhaber für die Revierarbeiten Hilfe von anderen Jägern. Allerdings sind wiederum die wenigsten Inhaber eines Jagdrevieres so wohlhabend, dass sie sich bezahltes Jagdpersonal leisten können. Daher nehmen diese Jagdherren Mitjäger auf, die bei den Revierarbeiten zupacken und dafür umsonst jagen dürfen. Das ist der Grund dafür, dass das Jagen heutzutage für viele erschwinglich geworden ist.

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Kommentare

Andy 05/02/2009 22:32

Da haben Sie sicherlich ein Thema angesprochen was dem einen oder anderen ein Dorn im Auge sei mag, aber ich finde jedem das Seine... Man sollte hier etwas Tolerenz zeigen

Laufende Kosten zu hoch?

Zu hohe Stromrechnung? Gas zu teuer? Internetkosten inakzeptabel?

 

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