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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

IT / EDV - Lösungen
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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

23. März 2009 1 23 /03 /März /2009 12:29

Hacker sind Leute, die in fremde Computersysteme einzudringen versuchen um deren Sicherheitslücken zu finden– so jedenfalls lautet die gängige Definition für diese Art von Menschen. Dazu benutzen sie digitale Werkzeuge oft anders, als ihre Programmierer sich das gedacht haben. Hacker Sein bzw. zu denken wie ein Hacker bedeutet jedoch viel mehr und muss nicht immer mit Computern zu tun haben, sondern hilft sehr oft auch in ganz anderen Bereichen weiter.

 Der Chaos Computer Club, die Organisation der Hacker befasst sich nicht nur mit Computersicherheit. Seine Mitglieder setzen die Hackermentalität – herauszufinden, zu was man eine Sache noch alles benutzen kann – auch außerhalb der Welt der Computer um. Ich bezeichne dieses „analoge Hacking“ auch gerne als „Kreativen Missbrauch“ und setze es im Alltag gerne auch bei ganz simplen Dingen um, vor allem um Geld zu sparen. Auch Erfinder setzten und setzen diese Technik oft ein, denn sehr oft müssen sie mit dem auskommen, was da ist und es notfalls entsprechend missbrauchen oder zweckentfremden.

Ein historisches Beispiel

 Ein sehr interessantes Beispiel von Hacking oder kreativem Missbrauch, mit dem in der Frühzeit der Eisenbahn sehr viel Energie eingespart wurde, lieferten englische Lokomotivführer mit Lokomotiven von Stephenson. Dieser Mann hatte die so genannte Stephenson-Steuerung erfunden, einen Mechanismus, mit dessen Hilfe der Lokomotivführer einstellen konnte, ob die Maschine vorwärts oder rückwärts fahren sollte.

 

In der Frühzeit der Eisenbahn fanden die Lokomotivführer heraus, dass man mit der Stephensonschen Steuerung nicht nur die Fahrtrichtung der Maschine ändern, sondern auch Dampf sparen konnte - was Stephenson selbst gar nicht vorgesehen hatte.

 Dazu gab es im Führerstand einen Hebel, der zwei Stellungen, eben für Vorwärts und Rückwärts aufwies. Schlaue Lokomotivführer fanden nun heraus, dass man mit diesem Hebel nicht nur die Fahrtrichtung der Maschine ändern, sondern auch den Füllungsgrad der Zylinder variieren konnte, indem man ihn ganz einfach nicht den ganzen Weg, sondern immer nur einen Teil davon in die jeweilige Richtung bewegte.

 So sparten die Lokführer Dampf und damit Kohle ein, was ihnen bares Geld brachte: Sie bekamen nämlich zusätzlich zu ihrem Gehalt Prämien für das Einsparen von Kohle. Natürlich hatte auch die Eisenbahngesellschaft einen Vorteil davon, denn sie gab das eingesparte Geld ja sicher nur zum Teil in Form von Prämien an die Lokführer weiter. Das entscheidende an der Sache aber war, dass diese Benutzung seiner Steuerung von Stephenson gar nicht vorgesehen, sondern erst von den findigen Lokomotivführern entdeckt worden war.

So war es eigentlich nicht gedacht...

 Der Gedanke des kreativen Missbrauches ist noch nicht einmal auf die Technik beschränkt: Auch bürokratische Strukturen und Verkaufsaktionen lassen sich oft zum eigenen Vorteil ganz anders benutzen als gedacht: Derzeit bietet der Discounter Lidl bekanntlich einen Kleinwagen an. Ob es sich lohnt, dieses Angebot zu nutzen, wird in den Medien stark bezweifelt. Zu einem jedoch taugt es allemal, als zusätzliches Druckmittel nämlich, wenn man bei einem regulären Neuwagenhändler den Preis für ein in etwa vergleichbares Fahrzeug noch weiter herunterhandeln will.

Wenn man einen Buchtitel bei Amazon gefunden hat, zeigt die Seite auch alle Daten, die man braucht um das Buch auch anderswo bestellen zu können - man muss lediglich die Seite ein Stück scrollen

 Auch Amazon lässt sich kreativ missbrauchen: Viele Leute kaufen ihre Bücher immer noch gerne beim kleinen Buchhändler an der Ecke. Der hat aber nicht nur unter Buchversendern, sondern auch unter den großen Buchhandelsketten zu leiden. Dabei kann aber auch eine kleine Buchhandlung jedes Buch genauso schnell bestellen wie eine große.

 Amazon bietet nun ein recht komfortable Buchsuche an, mit der sich Titel wie beim Buchhändler auch, nicht nur nach Titel und Autor sondern auch nach Suchbegriffen finden lassen. Scrollt man die Seite der Anzeige des gefundenen Buchtitels ein wenig, kommt man zu den „Produktdaten“ des Buches, die vor allem auch die ISBN beinhalten.

 Anhand dieser Daten kann man nun das gewünschte Buch bei jedem Buchhändler telefonisch bestellen. Das spart zwar kein Geld, hilft aber dem kleinen Buchhändler zu überleben, bei dem man noch individuelle Beratung bekommen kann und wo der Bucheinkauf noch Spaß macht.

"Ich lasse dann dein Telefon klingeln..."

 Ein kreativer Missbrauch von Netzen, den aber wahrscheinlich jeder kennt, ist das kostenlose Signalisieren mit dem Telefon: Wenn zum Beispiel jemand zu einem vorher nicht genau feststehenden Zeitpunkt irgendwo abgeholt werden will, z.B. die Oma vom Arzt, lässt sie einfach das Telefon kurz klingeln. Da es heute ja Rufnummernanzeige gibt, weiß der Chauffeur sogar, dass es tatsächlich die Oma war und ihm nicht etwa ein andere Anruf entgeht oder sich nur jemand verwählt und es noch vor dem Abheben selbst gemerkt hat.

Seit dem es den Selbstwähldienst gibt, kann man das Telefon auch als kostenlosen Signalgeber verwenden

 Etwas ganz anderes: Seit einiger Zeit gibt es da Tobacco-Bloc-System, welches das Stopfen von Zigaretten um einiges komfortabler macht. Der Nachteil dabei: Zum einen sind die dafür erforderlichen Tobacco Blocs verhältnismäßig teuer, so dass ein Teil der Ersparnis verloren geht, die man durch das Stopfen sonst erzielt. Zum anderen ist man auf die Tabaksorten beschränkt, die es als Tobacco Blocs gibt und das sind nicht viele.

 Mit etwas Geschick kann man aber die Hüllen der Tobacco Blocs selbst „nachladen“ und dazu preiswerteren bzw. den eigenen Lieblingstabak verwenden. Man hackt also gewissermaßen das Stopfsystem. Das gibt zwar ab und zu gewisse Probleme, da es offenbar sehr auf den Feuchtigkeitsgehalt des Tabaks ankommt. Genau die gleichen Problem hatte ich jedoch auch schon mit den „legalen“ Tobacco Blocs.

Basteleien und Behältnisse

 Auch das Bauen von Gasbrennern, etwa für Schmiedeöfen, aus Wasserleitungs- und anderen Teilen sowie von Schmiedeessen aus alten Bremstrommeln ist eine Art des kreativen Missbrauchs. Dieses Zweckentfremden von handelsüblichen Bauteilen wird einem auch sonst beim Basteln sehr oft weiterhelfen. Hierher gehören auch bekanntere Dinge wie Regale aus Ziegelsteinen, Betonstahlmatten als Rankgerüste im Garten, Betonplan-Schichtholzschalungsplatten als Anhänger- oder Schlauchbootböden und was es da nicht noch alles gibt.

 Dass man alte Verpackungen oft vielseitig verwenden kann, ist ebenfalls eine alltbekannte Sache: Wer wäscht seine Malerpinsel nicht in alten Marmeladengläsern aus? Wer hat seine ausgefallenen Milchzähne nicht in einer Zündholzschachtel gesammelt?

 Sehr nützlich sind aber auch die Blechdosen, in den man Pfeifentabak kauft, denn sie sind sehr robust: Ich verwende sie gerne in der Werkstatt, vor allem auch zum Zwischenlagern von ausgebauten Schrauben und anderen Kleinteilen. Außerdem kann man sie auch gut als Werkstatt-Aschenbecher nehmen, damit nicht immer der Boden voll Kippen liegt.

Anzuchtgefäße für Gärtner

 Joghurtbecher eignen sich sehr gut als Anzuchttöpfchen für Pflanzen. Meine Tomaten- und Paprikapflänzchen wachsen alle in diesen Dingern dem Auspflanztermin entgegen. Wichtig ist dabei nur, dass man immer ein Loch in den Boden macht, damit überschüssiges Gießwasser ablaufen kann.

Joghurtbecher eignen sich prima als Anzuchttöpchen für Pflanzen

 Zur Anzucht von Pflanzen eignen sich auch noch andere Verpackungen: Weintrauben z.B. werden manchmal in hohen Schalen aus durchsichtigem Kunststoff verkauft. Wenn man diese nur zu einem Teil mit Anzuchterde füllt, sind die darin angezogenen Keimlinge durch die hohen Seitenwände gegen Zugluft geschützt und bekommen trotzdem jede Menge Licht. Die flachen Schaumstoffschalen, in denen Äpfel, Tomaten usw. verkauft werden, lassen sich ebenfalls nutzen: Sie ergeben recht gute Pikierschalen ab. Wer also für Anzuchtgefäße Geld ausgibt, hat es nicht besser verdient.

Die gute, alte Bierkiste

 Ein sehr schöne Idee, wie man leere Bierkästen mit einem einfachen Zusatzgerät als Sitzgelegenheiten und Tische nutzen kann, stellen Kunststudenten aus Berlin hier vor. Anhand der Abbildungen auf der Seite kann man sich „Leni“ sehr leicht selbst aus geeignetem Sperrholz anfertigen, die Maße ergeben sich aus den Abmessungen der genormten Bierkisten.

So hat sich eBay das sicher nicht vorgestellt

 Zum Schluss noch ein kreativer Missbrauch aus dem Bereich des Internets, den ich beim Suchen von Autoersatzteilen bei eBay gesehen habe: Jemand hatte eine ganze Reihe von Ersatzteilen für ein bestimmtes Automodell zu verkaufen, veranstaltete also ein Schlachtfest, wie man das in einschlägigen Zeitungsanzeigen auch nennt.

Gebrauchte Autoersatzteile sind auch bei eBay zu finden. Schlaue Anbieter sparen dabei mit einem einfachen Trick jede Menge Gebühren 

 Bei eBay musste dieser Mann etwas anders vorgehen: Er stellte einfach ein einziges Teil als Auktion ein, bemerkte dazu (scheinbar) ganz nebenbei, dass es bei ihm auch noch jede Menge weiterer Teile von diesem Modell gäbe und fügte „für Rückfragen“ natürlich auch noch seine Telefonnummer hinzu. So hatte er sein Angebot für den Einstellpreis eines einzigen Artikels einem sehr breiten Publikum bekannt gemacht.

Eine Denkweise

 Entscheidend sind jedoch nicht so sehr die hier aufgeführten konkreten Beispiele für kreativen Missbrauch, sondern die Denke, die dahinter steckt: Ein einzelner Tipp kann in der passenden Situation natürlich durchaus allerhand Geld einsparen. Man sollte sich jedoch nicht darauf beschränken, solche Tipps zu suchen und sie sich zu merken oder zu notieren. Man sollte sich vielmehr die zugrunde liegende Denkweise aneignen und überall Ausschau halten, wo man etwas kreativ missbrauchen kann und so gewissermaßen seine eigenen Tipps und Tricks entwickeln.

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