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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

7. März 2009 6 07 /03 /März /2009 14:45

Baum und Steinmarder sind die beiden in Europa vorkommenden Vertreter der Gattung martes, der echten Marder. Sie sehen sich körperlich ähnlich, stellen aber zwei verschiedene Arten dar, auch wenn es bei ihrem Verhalten und vom Beutespektrum her wiederum Parallelen gibt.  

Walter Heubach protraitierte hier den Baummarder in seinem Lebensraum, dem Geäst des Waldes.

Verbreitung und Lebensraum

 Am stärksten unterscheiden sich unsere beiden Marder hinsichtlich ihrer Lebensräume, auch wenn sich ihre geographische Verbreitung stark ähnelt. Beide kommen in weiten Teilen Europas und (West-)Asien vor, wobei der Steinmarder (martes foina) z.B. auch im Hochgebirge bis 4000, in der Mongolei und im Himalaja lebt sowie auf der iberischen Halbinsel, wo der Baummarder (martes martes) nicht überall vorkommt, welcher auch im Gebirge nur bis zur Baumgrenze lebt.

 Die Unterschiede zwischen den Verbreitungsgebieten der beiden Marderarten dürften sich im wesentlichen aus den verschiedenen Ansprüchen erklären, welche die beiden Arten an ihre Lebensräume stellen. Wie für Marder im allgemeinen üblich, bewohnt der Baum- oder Edelmarder am liebsten Waldgebiete; speziell Laub- und Laubmischwälder sind sein bevorzugter Lebensraum. Seltener trifft man ihn in großen, waldähnlichen Parkanlagen an. Daher wird man ihn auch nicht in Gegenden finden, wo es keinen Wald gibt, wie etwa auf Island und im Gebirge oberhalb der Waldgrenze.

 

Hier sieht man, warum der Baummarder auch Gelbkehlchen heißt: Der gelbe Kehlfleck, sein typisches Erkennungszeichen, ist bei diesem Exemplar im Winterbalg besonders gut zu sehen (Bild: Dani Kropivnik, lizensiert nach GNU FDL)

 Der Steinmarder hingegen bewohnt als einziger Echter Marder (Gattung martes) die eher offene Landschaft, kann aber auch in felsigem Gelände leben. Daher kommt er im Gebirge auch höher hinauf und ist in Gegenden vertreten, wo es generell keinen Wald gibt. Im Gegensatz zum Baummarder ist er ein Kulturfolger; er kommt auch in Dörfern und sogar mitten in der Stadt vor.

 

Ein Stein- oder Hausmarder im Sommerbalg: Der weiße Kehlfleck ist gut zu erkennen (Bild: Franco Atirador, lizensiert nach GNU FDL)

 Hier gibt es für den Steinmarder Wohnmöglichkeiten in Gebäuden, wie z.B. auf Dachböden, in Scheunen, Schuppen und dergleichen. Im Feld findet er unter Steinhaufen, in den Höhlen anderer Tiere und an ähnlichen Orten Unterschlupf. Der Baummarder lebt in Baumhöhlen, Eichhörnchennestern und verlassenen Greifvogelhorsten.

Keine der beiden Arten gräbt jedoch selbst Höhlen oder legt sonstige Baue an. Beim genauen Hinsehen stellt man übrigens fest, dass sich hier zwei nahe Verwandte auf unterschiedliche Lebensräume in etwa dem gleichen Verbreitungsgebiet spezialisiert haben. Seltsamerweise kommt auf den Britischen Inseln zwar de Baum- nicht jedoch der Steinmarder vor.

Anatomie und äußere Erscheinung

 

Porträt eines Baumarders aus einer alten Ausgabe von Brehms Tierleben

 Auch äußerlich sind sich unsere beiden Marderarten recht ähnlich. Beide haben ein braunes Fell, welches im Winter eher ins schokoladefarbene, im Sommer dagegen eher ins rötliche geht und einem hellen Kehlfleck, an dem sie sich auch unterscheiden lassen. Der des Baummarders ist gelblich und unten abgerundet, daher auch der manchmal verwendete Name „Gelbkehlchen“. Der Kehlfleck seines Cousins, des Steinmarders ist eher weiß, gerne gegabelt und kann sich bis auf die Vorderläufe ziehen; er kann aber bei einigen asiatischen Populationen auch fehlen.

 

Ein Steinmarder im Winterbalg in einem seiner typischen Lebensräume, offenbar nämlich in irgendeinem Nebengäude eines Landwirtschaftlichen Anwesens (Bild: Zefram, lizensiert nach GNU FDL)

 Verwechseln kann man die beiden Arten in der Praxis vor allem dann, wenn sie einem ausgestopft auf dem Tisch bei der Jägerprüfung begegnen. In freier Wildbahn hingegen ist in der Regel schon aufgrund der Umgebung klar, um welchen der beiden es sich handeln muss: Im Feld oder in menschlichen Siedlungen wird einem kaum ein Baummarder begegnen, im Wald hingegen darf man davon ausgehen, dass es sich um einen solchen handelt, wenn man einen Marder sieht.

 Der Steinmarder ist eine häufige Tierart, was besonders manche Autofahrer zu beklagen haben, an deren Vehikel er Kabel und Schläuche zerbissen hat, was er hin und wieder tut. Der Baummarder hingegen ist recht selten und wird mittlerweile als gefährdete Tierart angesehen.

 Beide Arten haben als typische Marder langgestreckte Körper, wobei der Steinmarder mit 40-54 cm Länge, zuzüglich des bis zu 30 cm langen Schwanzes und bis zu 2.3 kg Gewicht gedrungener ist als der etwas längere, aber nur bis zu 1,8 kg schwere Baummarder.

 Das Gebiss weist beide Arten als Mitglieder der Ordnung Carnivora, also der Raubtiere aus. Beide Marderarten besitzen die gleiche Zahnformel; benutzen ihre Gebisse und sonstigen Raubtierfähigkeiten auch tatsächlich zur Jagd.

Lebensweise und Ernährung

 Wie sein Name bereit vermuten lässt, ist der Baummarder ein Baumbewohner und zwar der einzige unter den echten Mardern. Er kann gut klettern und springen wobei ihm sein Schwanz als Balancierhilfe dient.

 

Ob der Steinmarder wohl wirklich so frech ist, sich mit einem Adler anzulegen? (Gemälde von Carl Martin Ebersberg )

Der Steinmarder kann ein Kletterfähigkeiten in seinem Lebensraum ebenfalls oft gut gebrauchen. In Siedlungen ist er beispielsweise recht gerne auf Dachböden und Dächern unterwegs. Deswegen wird er manchmal auch Haus- oder Dachmarder genannt.

 Sowohl der Baum- als auch der Steinmarder sind de facto Allesfresser, wobei der Schwerpunkt jedoch bei beiden eher auf der tierischen Nahrung liegt. Sie sammeln letztere zum Teil, wie etwa in Form von Eiern, fangen und schlagen aber auch kleiner Beutetiere. Im Sommer jedoch steht bei beiden Arten vermehrt pflanzliches auf dem Speisezettel, speziell die jeweiligen Beeren der Saison. Sommers wie Winters gehen beide Marderarten ihrem Nahrungserwerb in der Dämmerung und bei Nacht nach. 

Ein Baummarder in seinem Sommerbalg (Bild: Totodu74, PD)

 Das Sozialverhalten der beiden Marder ist ebenfalls sehr ähnlich bzw. sogar gleich. Sie sind Einzelgänger, die außerhalb der Paarungszeit Artgenossen meiden und beanspruchen Reviere, die sie mit Sekreten aus Duftdrüsen markieren.

Der Marder, ein blutrünstiger Mordbube? 

 Was die Größe der erbeuteten Tiere angeht, herrscht allerhand Uneinigkeit: Während man dem Baummarder in Riesenthals Jagdlexikon von 1916 noch ohne weiteres zutraut selbst Rehkitze zu meucheln, erfährt man aus zeitgenössischen, eher weniger jagdfreundlichen Quellen heute, dass er sich nicht an Tiere über der Größe einer Maus heranwage. Die Wahrheit dürfte wohl in der Mitte liegen. Manche Leute schätzen den Steinmarder wenn schon nicht als Haus- so doch als Hofgenossen, da er auch Ratten vertilgt. Das dürfte durchaus realistisch sein und auch (junge) Hasen liegen sicher nicht außerhalb des Bereiches er Möglichkeiten beider Marderarten.

 Man muss bei Spekulationen über die Größe der Beutetiere eines Beutegreifers immer im Hinterkopf haben, dass dieser im Regelfalle seine Möglichkeiten beim Beutefang nicht ausreizt. Ein Raubtier jagt, um zu überleben und sucht wie jedes Tier immer den ökonomischsten Weg. Solange genug kleine und schwache Tiere da sind, geht ein (oppoturnistischer) Beutegreifer keine großen und/oder wehrhaften an. Abgesehen von der Verletzungsgefahr ist auch ein lediglich daneben gelungener Angriff für ihn auch ein äußerst schlechtes Geschäft: AußerSpesen nix gewesen, er hat Kalorien verbraucht, aber keine gewonnen. Deswegen stört er sich auch nicht an kranken Beutetieren, sondern nimmt sie als "billigere" Mahlzeit sogar bevorzugt

Fortpflanzung

 Die Ranz, Paarungszeit unserer Maader liegt im Hochsommer, bei Steinmardern auch schon früher. Die geräuschvollen Paarungsrituale des Steinmarders mit ihren Rivalenkämpfen und wilden Verfolgungsjagden bekommt man in Sommernächten öfter, vor allem akustisch, oft mit. Im Schwäbischen gibt es daher auch die Redensart vom „Schreien wie Dachmarder“. Baummarder treiben die gleichen Spiele, nur bekommen es weniger Leute mit, da das Gelbkehlchen ja leider selten ist und tief im Wald lebt.

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Und noch ein Steinmarder im Winterkleid, aus dieser Perspektive ist allerdings der Kehlfeck nicht zu erkennen (Bild
Neil Phillips, lizensiert nach CC Namensnennung)

 Unsere beiden Marderarten weisen eine Keimruhe von mehreren Monaten auf; die eigentliche Tragzeit beträgt, der Größe der Tiere entsprechend nur ca. einen Monat. Die jeweils etwa drei oder vier Jungen kommen im Frühjahr zur Welt und werden crica zwei Monate gesäugt. Sie bleiben über den Sommer bei der Fähe und werden im Herbst selbständig.Im zweiten oder dritten Jahr pflanzen sie sich dann selbst fort.

 Natürlich stellt sich bei zwei so nahe verwandten und ähnlichen Arten die Frage, ob sie sich bastardisieren. In Riesenthals Jagdlexikon von 1916 wird dies in der Tat für möglich gehalten. Dort wird auch angegeben, dass man Baummarder zur Ranzzeit auch in Siedlungsnähe antreffen könne, da sie von den Schreien ranzender Fähen angelockt würden. Aktuelle Quellen jedoch verneinen durch die Bank die Möglichkeit, dass sich Baum- und Steinmarder verbastardisieren.

Bedeutung für den Menschen

 Beide heimische Marderarten unterliegen dem Jagdrecht. Man kann ihre Pelze verwenden, wobei der des Baummarders, den man auch Edelmarder nennt, begehrter ist. Der Steinmarder geht gern einmal in Geflügelställe, wo er richtige Massaker anrichten kann. Dabei interessiert ihn eigentlich gar nicht das Geflügel, sondern die Eier. Wenn er aber durch die Panik des Federviehs selbst unter Stress gerät, reagiert er, indem er ein Blutbad anrichtet.

 Heutzutage fällt der Steinmarder, wie bereit erwähnt, in Wohnungebieten oft unangenehm auf, weil er Schläuche und Kabel an geparkten Autos zerbeißt. Der Baummarder hingegen gerät mit dem Menschen praktisch gar nicht in Konflikt, da er sich weitab von menschlichen Ansiedlungen aufhält und aufgrund seiner Seltenheit auch nicht viel Schaden an Klein- und Jungwild anrichten kann.

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Kommentare

Ernst 06/12/2011 22:00


Bei uns in der Gegend gibt es leider auch einige Marder. Wir hatten auch schon mal einen auf unserem Dachboden. Erst als wir uns im Internet Marderfallen bestellt hatten und diese dann aufgestellt
haben konnten wir dieses Tier lebend fangen. Wegen den Mardern mussten wir unser Auto auch schon 3 mal in die Werkstatt bringen.


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