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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

30. Januar 2009 5 30 /01 /Januar /2009 09:36

Ohne besonderen Medienrummel ist am Montag die IRENA gegründet worden. Die „International Renewable ENergy Agency“, zu Deutsch: „Internationale Agentur für Erneuerbare Energien“, soll die weltweit Zusammenarbeit bei de Nutzung Erneuerbarer Energiequellen fördern und koordinieren.

 

Offshore Windpark: Versuch der Stromkonzerne, ihre davon schwimmenden Felle festzuhalten? (Bild: Hans Hillewaert, lizensiert nach GNU FDL)

Deutchland federführend

 Zur Unterzeichnung des Gründungsvertrages trafen sich am Montag in Berlin die Vertreter von über 100 Staaten, die in der Agentur Mitglied sind. Für Deutschland, Gastgeber und federführend bei der ganzen Geschichte, erschienen Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und den Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler.

 In der Pressemitteilung zur offiziellen Gründung des Verbandes werden die Gründe genannt, die zu der Idee einer weltweiten Zusammenarbeit bei der Nutzung Erneuerbarer Energiequellen führten: Immer mehr Menschen auf dieser Erde benötigen immer mehr Energie, die auf die Dauer aus den herkömmlichen Quellen nicht mehr gewonnen werden kann, da diese irgendwann erschöpft sein werden. Neben wirtschaftlichem Niedergang würde die Verknappung der fossilen Energieträger in kurzer Zeit auch zu einer ernsten Gefahr für den Weltfrieden werden. Nur die Nutzung von Erneuerbaren Energiequellen kann dieses Problem lösen. Natürlich wurde auch der Klimawandel genannt, da offiziell ja noch am Dogma vom Treibhauseffekt festgehalten wird.

 

Was steckt dahinter?

 Die Frage ist nun aber: Welchen Sinn hat ein solches Bündnis? Zunächst einmal ist die Nutzung von Erneuerbaren Energiequellen eine gute und wichtige Sache, daran besteht kein Zweifel. Und dass dies nicht nur zu hause, sondern auf der ganzen Welt gilt, dürfte ebenfalls klar sein. Aber dass es für die Nutzung erneuerbarer Energien extra eine weltumspannende Organisation geben soll, riecht doch wieder verdächtig nach Globalisierung. Und selbstverständlich dazu noch nach gut dotierten Pöstchen. Auch von der „Klimakatastrophe“ leben ja mittlerweile allerhand Leute recht gut, warum nicht auch von „Technologietransfer“, „Beratung“ und dergleichen Hokuspokus auf dem Sektor der Erneuerbaren Energiequellen?

 Erneuerbare Energien sind per se eine dezentrale Sache, denn Wind, Sonne und Biomasse sind praktisch überall vorhanden und auch Wasserkraft kann an vielen Orten lokal im kleinen Rahmen genutzt werden. Daher sind diese Energiequellen bis jetzt vor allem das Geschäft von kleineren Firmen, die lokal Arbeitsplätze schaffen, nicht zuletzt auch in strukturschwachen Gebieten. Der Großindustrie und den Energie-Multis bleibt da weitgehend der Schnabel sauber.

 

Auch der chemischen Industrie wäre es lieber, wenn die Biomasse durch ihre Anlagen müsste, anstatt verbrauchernah in Energie verwandelt zu werden (Bild: Gerd W. Zinke, lizensiert nach GNU FDL)

 Das ist auch ein wichtiger Grund dafür, dass die Konzerne bislang mit allen Mitteln versucht haben, die Nutzung von Erneuerbaren Energiequellen zu verhindern. Nachdem das aber immer weniger funktioniert, versuchen sie, nicht nur auch eine Scheibe vom Geschäft mit der Öko-Energie ab zu bekommen, sondern gleich den ganzen Kuchen ein zu sacken. Genau das steckt nämlich hinter den bei genauem Hinsehen lächerlichen Versuchen, alternative Energietechnologien so zu verbiegen, dass sie zur zentralisierten Arbeitsweise der Großkonzerne passen.

 

Öko-Energie vom Großkonzern?

 Ein typisches Beispiel sind Offshore-Windparks: Hier wird der Strom wie in einem Kohle- oder Atomkraftwerk zentral gewonnen und wie gahabt über Hoch- bzw. Höchstpannungsnetze verteilt. Das ist zwar absolut unnötig, aber eben das Geschäftsfeld der Multis, im Gegensatz zur dezentralen Nutzung in der Nähe des Endverbrauchers. Die jeweils recht kleinen Investitionen für Windparks und Biogasanlagen können nämlich ohne weiteres von kleinen Fonds bzw. einzelnen Energiebauern, Kommunen oder Zweckverbänden erbracht werden, so dass die Multis überflüssig sind. Erneuerbare Energie ist eben Bürgerenergie. Damit die Multis daran doch verdienen können, muss die Technologie angepasst werden, auch wenn das völlig unnötig und dazu schädlich für das empfindliche Ökosystem Wattenmeer ist.

 Einen ähnlichen Versuch startete vor einige Zeit die chemische Industrie. Ihr Verband bewarb eine zeitlang ein neuartiges Verfahren, Ethanol aus Biomasse zu destilieren - natürlich auf großtechnischem Wege - das angeblich höhere Ausbeuten erzielen sollte als die herkömmlichen Verfahren. Aus den Rückständen könne man sogar noch Biogas gewinnen. Dass ein solches Verfahren natürlich im Gegensatz zur kompletten Nutzung der Biomasse durch Vergärung zu Biogas unnötig Energie für die erforderliche Destillationswärme verschwendet, wurde geflissntlich verschwiegen. Wichtig für die Industrie ist nämlich, dass man dazu ihre aufwändigen Anlagen braucht und nicht mit dem einfachen und kostengünstigen Biogasreaktor vom mittelständischen Hersteller auf dem nächsten Bauernhof auskommt. Ob die Technologie wirklich sinnvoll ist, spielt keine Rolle, sondern allein der Profit der Multis.

 Vor diesem Hintergrund sollte man natürlich auch die Gründung einer weltumspannenden Organisation zur Nutzung Erneuerbarer Energien sehen. Natürlich ist es gut, wenn der Verkauf von deutscher Öko-Technik in alle Welt bei uns Arbeitsplätze schafft. Natürlich ist es gut, wenn Drittwelt- und Schwellenländer nicht zuerst unsere fossilen Fehler wiederholen, sondern gleich auf Öko-Energie setzen. Wir müssen aber gut aufpassen, dass nicht schon bald in Indien, Brasilien oder China gebaute und den Energie-Multis gehörende Großwindkraftwerke im Wattenmeer uns mit Strom und "Bioraffinerien" der Großchemie uns mit Kraftstoff versorgen weil wir die Chance vertan haben, mit bürgernaher Technologie der Abzocke bei den Energiekosten zu entgehen.

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