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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

9. Februar 2009 1 09 /02 /Februar /2009 16:17

 Wie die meisten Gattungen von humoristischen Gedichten sind die Klapphornverse heute stark in Vergessenheit geraten. Damit teilen sie das Schicksal ihrer - meist wesentlich zotigeren - Verwandten, den Bonifatius-Kiesewetter-, Frau-Wirtin- und  Sanitätsgefreiter-Neumann-Verse. Zum Glück gibt es noch ein paar Leute, die Spaß an solchen Dingen haben und sie vor dem völligen Vergessen bewahren, indem sie sie ins Internet stellen. EIn kleiner Beitrag zum Erhalt dieser Art von Volkskultur soll auch mein heutiger Blogeintrag sein.

Ein Knabe mit einem Bügelhorn, einer der verschiedenen Bauweisen von Klappenhörnern. Ob er es nur einigermaßen oder ordentlich blasen konnte, lässt sich heute wohl kaum mehr feststellen... ;-) (Gemälde "Enfant de Troupe" von Eva Gonzales, Paris 1870) 

Unfreiwilliger Humor

 Klapphormverse beginnen in der Regel mit "Zwei Knaben...". Warum sie aber ausgerechnet Klapphornverse heißen, erschließt sich einem nur, wenn man den allerersten Vertreter dieser Spezie kennt: .

Zwei Knaben gingen durch das Korn,
der andere blies das Klappenhorn,
Er konnt' es zwar nicht ordentlich blasen,
Doch blies er's wenigstens einigermaßen.

 Eigentlich ist dieser Vers überhaupt nicht witzig. Er war auch nicht so gemeint, denn sein längst verblichener Schöpfer, ein Göttinger Notar namens Friedrich Daniel, sandte ihn im 19. Jahrhundert als durchaus ernst gemeinten lyrischen Vesuch an die humoristische Zeitschrift "Fliegende Blätter". Die Redakteure und Leser erkannten die unfreiwillige Komik und es entstand eine ganze Welle von Versen, die diesem Muster folgten.

 

Gedruckt und gesungen

 Klapphornverse wurden vor allem mündlich weitergegeben, es gab aber bereits im 19. Jahrhundert auch gedruckte Sammlungen. Man kann die ulkigen Vierzeiler übrigens auch singen und zwar am besten nach der Meldoie von "Freut euch des Lebens..".Bis vor einigen Jahrzehnten tauchte die Gattung auch in den Programmen von Humoristen und Liedermachern auf, z.B. bei Schobert und Black oder Fredl Fesl. Von letzterem dürfte wohl vor allem dieses Exemplar bekannt sein:

Zwei Knaben saßen auf einer Bank
Der eine roch, der andere stank.
Da sparch der Roch zum Stank:
I geh jetz auf a andre Bank!

 Der Klapphornvers hat normalerweise vier Zeilen und kommt meist in der Form aabb daher. Er kann aber schonauch einmal als eleganterer Kreuzreim abab verfasst sein:

Zwei Knaben machten sich einen Jokus
Und tranken Most im Keller.
Da mussten sie auf den Lokus -
Jedoch, der Most war schneller!

 Sehr oft sind Klapphornverse vom Thema her eher harmlos, ab und zu können sie aber auch frivol sein:

Zwei Knaben lagen nackt im Stroh.
Vom einen sah man nurden Po.
Vom anderen nur das Knie -
Und dieser Knabe hieß Marie!

Auch absoluter Nonsens kommt vor:

Zwei Knaben stiegen auf einen Gletscher,
Da wurden sie matsch und mätscher.
Da sprach der Mätschere zum Matschen:
Kumm. lass uns wieda abilatschen.

Wie bereits gesagt, gibt es glücklicherweise noch ein paar Leute, die Sachen wie Klapphornverse ins Internet stellen und sie damit vor dem gänzlichen Vergessenwerden bewahren. Noch mehr Klapphornverse und teiweise auch Infos dazu gibt es z.B. hier.

KlapphornClique
Klapphornverse bei ingeb.org

 

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Published by Fokko - in Humor
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Kommentare

tanktoon 02/10/2009 17:34

Ich finde das herrlich. Schön, dass ich diesen Blog gefunden hab, um solche Dinge zu erfahren ;)

Hier noch ein nettes Exemplar:

Zwei Knaben liefen durch das Korn,
der andere hinten, der eine vorn
und keiner in der Mitte,
man sieht, es fehlt der Dritte.

Unbedingt erhaltenswert!

Fokko 02/11/2009 08:19



Vielen Dank für die Ergänzung, lieber tanktoon!


Natürlich dürft Ihr hier grundsätzlich gerne meine Artikel ergänzen. Also: Wer weitere Beispiele für Klapphornverse, Gogenwitze und dergleichen hat: Immer rein damit in die Kommentare zu den
jeweiligen Artikeln.


Das gilt natürlich auch für die Sachartikel: Hier sind zusätzliche Infos, Kritik und Berichtigungen ebenfalls herzlich willkommen. Schließlich lebt das Web 2.0 ja davon, dass möglichst viele
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