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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

16. Januar 2009 5 16 /01 /Januar /2009 09:34

Karl Marx, gewissermaßen der Vater des Sozialismus und des Kommunismus postulierte 1848 das "Recht auf Arbeit". Sein Schwiegersohn, Paul Lafargue, dachte weiter und kam zum Entsetzen seines Schwiegervaters 1883 zu dem Schluss, dass der Mensch nicht ein Recht auf Arbeit sondern vielmehr eines auf Faulheit habe. Mögen seine Forderungen seinerzeit noch utopisch geklungen haben, wären sie heute durchaus umsetzbar.

Alfons nimmt sich sein Recht auf Faulheit einfach... 

Ist Arbeitslosigkeit ein Problem?

 Die derzeitige Massenarbeitslosigkeit wird gemeinhin immer noch als eines der größten Probleme angesehen, denen wir heute gegenüber stehen. Dieser (scheinbare) Konsens wird aber mittlerweile von immer mehr kompetenten Leuten in Frage gestellt bzw. sogar abgelehnt. Arbeit im klassischen Sinne wird in Zukunft immer weniger notwendig sein, so dass nicht mehr jeder einen Arbeitsplatz haben kann Der wohl prominenteste Vertreter der neuen Sichtweise ist Götz Werner, von der Drogeriemarkt-Kette "dm" der vor allem für seine Forderung nach einem Bedingungslosen Grundeinkommen bekannt ist. In diesem Zusammenhang ist auch Paul Lafargues Schrift "Das Recht auf Faulheit" zu einem interessanten Dokument geworden, weil Lafargues Überlegungen auch noch - und gerade - heute, aufzeigen, welcher Wurm in unserem System steckt.

Entsetzte mit seiner neuen Sichtweise seinen Schwiegervater: Paul Lafargue, Ehemann von Karl Marx' Tochter Laura und Verfasser der Denkschrift "Das Recht auf Faulheit" (Bildquelle: Wikimedia, PD) 

Wie verhindert man Verelendung durch Massenarbeitslosigkeit?

 Um Probleme zu lösen, muss man erkenne, um was es wirklich geht.  Es geht daher zunächst darum die Verlogenheit eines Systems zu entlarven, welches so tut, als ob jeder Arbeit haben könnte, den Arbeitslosen für selbst schuldig an seiner Misere erklärtt und entsprechend bestraft. Dem kommt die herrschende Auffassung entgegen, dass es der Lebenszweck des Menschen sei zu arbeiten und die Arbeit ein erstrebenswertes Gut. Das aber ist schlichtweg Humbug, denn  grundsätzlich dienen fortschrittliche Errungenschaften wie Maschinen und verbesserte Arbeitstechniken dazu, die menschliche Arbeit zu erleichtern und teilweise oder sogar ganz überflüssig zu machen. Arbeitslosigkeit ist also tatsächlich an sich kein Problem. Sie wird nur zu einem solchen, weil man diejenigen Menschen vom Konsum ausschließt, deren Mithilfe bei der Produktion nicht mehr benötigt wird und den wenigen, die man noch braucht, immer mehr Leistung für immer weniger Lohn abpresst.

 Durch diese Praxis entsteht nicht nur der so oft beklagte Mangel an Binnennachfrage, sondern auch soziales Elend. Auf dieses Elend wiederum lässt sich der weitaus überwiegende Teil der Misstände, wie Jugendkriminalität, Gewalt an Schulen, Kindstötungen, Drogen- und Medikamentenmissbrauch sowie sonstigen Verwahrlosungserscheinungen erklären. Diese jedoch bedeuten nicht nur Leid für die Betroffenen, sondern darüber hinaus immense Kosten für die Gesellschaft.

 

Eine grundsätzliche Betrachtung

 Heute ist es üblich geworden, den arbeitenden Menschen mit Hinweis auf  nebulöse Dinge wie Wirtschaftslage, internationale Konkurrenz, Produktivität, Ertragslage und was es da noch alles gibt, immer mehr Leistung für immer weniger Gegenleistung abzupressen. Die Begründungen, die Politiker, Wirtschaftsweise und Arbeitgebervertreter liefern, sind bei genauem Hinsehen lediglich Spiegelfechtereien, die Sachverhalte verkomplizieren um einfache Tatsachen zu verschleiern.

Karl Marx, der Schwiegervater von Paul Lafargue zeigte auf, dass und wie die Besitzenden die Besitzlosen um die Früchte ihrer Arbeit betrügen

 Komplizierte Gewebe aus Lügen und Halbwahrheiten sind meist ganz einfach zu widerlegen, wenn man sich nicht durch scheinbar schlaues Geschwätz verwirren lässt. Auch was die angebliche Notwendigkeit von Verzicht und erhöhter Arbeitsleistung in der heutigen Zeit angeht, entlarvt eine einfache Überlegung den ganzen Humbug:

 Man darf ja die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts durchaus als die Blütezeit der Bundesrepublik betrachten: sehr wenig Arbeitslose, guter Lebensstandard, erträgliche Arbeitszeiten und ein hohes Maß an sozialer Sicherheit.  Der damalige Wohlstand und die soziale Sicherheit dieser Zeit wurden mit damals hochmodernen, gegenüber heute jedoch vergleichsweise primitiven technischen Mitteln erarbeitet und erhalten. Insgesamt war es uns über Jahrzehnte immer besser gegangen,  weil eine immer bessere Technik uns immer produktiver gemacht hatte und natürlich, weil wir über uns mit Hilfe unserer  Gewerkschaften immer wieder wenigstens eine gewisse Teilhabe am stetig wachsenden Profit erstritten. Was produziert wird, kann auch konsumiert werden und bei einer gerechten Teilhabe des Werktätigen an den Ergebnissen der Arbeit, muss erhöhte Produktivität auch erhöhten Wohlstand bringen.

 Seit den glücklichen 70ern  ist die technische Entwicklung nun wiederum erheblich fortgeschritten, so dass es uns heute logischerweise noch besser gehen müsste, denn durch die technische Entwicklung ist auch die Produktivität seit damals immens gestiegen. Was aber ist tatsächlich der Fall? Es geht wenigen immer besser und vielen immer schlechter. Irgendwo muss also der Wurm drin sein, irgendetwas von dem, was uns erzählt wird, stimmt nicht - wenn denn überhaupt etwas davon stimmt.

 

Technischr Fortschritt muss uns von Arbeit entlasten  

 Moderne Maschinen und Produktionsmethoden werden gerne als Jobkiller bezeichnet, weil sie Arbeitsplätze kosten.  Das kann jedoch nicht der Sinn der technischen Entwicklung sein, wie schon Paul Lafargue vor über 125 Jahren feststellte, sondern sie soll mehr Wohlstand mit weniger Arbeit schaffen:

Je mehr sich die Maschine vervollkommnet und mit beständig wachsender Schnelligkeit und Präzision die menschliche Arbeit verdrängt, verdoppelt der Arbeiter noch seine Anstrengungen, anstatt seine Ruhe entsprechend zu vermehren, als wollte er mit den Maschinen wetteifern. O törichte und mörderische Konkurrenz!

 Genau das passiert heute noch Natürlich gibt es durch diesen Effekt immer mehr Waren, die von immer weniger Leuten gekauft werden können, weil immer weniger Arbeit haben, denn die vielen Waren können von immer weniger Leuten hergestellt werden:

Und da die europäischen Arbeiter, vor Hunger und Kälte zitternd, sich weigern, die Stoffe, die sie weben, zu tragen, den Wein, den sie ernten, zu trinken, so sehen sich die armen Fabrikanten genötigt, wie Wiesel in ferne Länder zu laufen und dort Leute zu suchen, die sie tragen und trinken.

 Export bedeutet zunächst einmal den Abfluss von Gütern, die dadurch hier nicht mehr konsumiert werden können. Das ist in Ordnung, wenn im Gegenzug dafür Waren im gleichen Wert importiert werden. Da die aber hier aus Mangel an Binnennachfrage nicht in entsprechendem Umfang verkauft werden können, wird ein erheblicher Teil der Erlöse nicht für Importe verwendet, sondern im Ausland investiert und zwar in Produktionsstätten, so das es bei uns noch weniger Arbeit gibt. Die Ursache des ganzen aber ist, dass im Inland produzierten Ware (bzw. die dafür erhandelten Importwaren) nicht auch im Inland verkauft werden können, weil durch Lohndrückerei und Arbeitslosigkeit die Kaufkraft fehlt. Auch das weiß schon Lafargue, der fordert,

dass angesichts der modernen Produktionsmittel und ihrer unbegrenzten Vervielfältigungsmöglichkeiten die übertriebene Leidenschaft der Arbeiter für die Arbeit gebändigt und es ihnen zur Pflicht gemacht werden muß, die Waren, die sie produzieren, auch zu verbrauchen.

 Natürlich ist das "zur Pflicht machen" ironisch gemeint. Es bedeutet, dass die Arbeiter genug Geld haben müssen, ihre Produkte auch zu kaufen, also anständig bezahlt werden sollen. Und mit dem "Bändigen der Leidenschaft für die Arbeit" ist natürlich vor allem Arbeitszeitverkürzung gemeint und zwar in dem Maße, wie die Produktivität wächst. Die von Lafarque so genannte "Leidenschaft für die Arbeit" gibt oder gab es jedoch ein Stück weit tatsächlich: Wer kennt ihn nicht mehr, den konsumgeilen Arbeiter der Wirtschftswunderzeit, der jede Überstunde mitnimmt um immer noch mehr zu konsumieren?

 

Künstlich erzeugte und unnötige Arbeit

 "Ein unnötige Arbeit ist keine Arbeit", weiß ein schwäbisches Sprichwort, welches im Grunde aussagt, dass eine Arbeit immer einen Sinn in Form eines Ergebnisses haben muss. Das ist natürlich vollkommen richtig, aber nicht im SInne des Kapitalisten, der ja an der Arbeit anderer verdient. Deswegen ist er auch nicht daran interessiert, haltbare Dinge herzustellen, denn einen Gegenstand, der ein Leben lang hält, kann er ja pro Person nur einmal verkaufen. Deswegen werden Waren heute so hergestellt, dass sie nur ein begrenzte Zeit halten und auch möglichst nicht  zu reparieren sind. Ganze Heerscharen von Ingenieuren sind damit beschäftigt, Produkte so zu gestalten, das sie nur ein begrenzte Zeit halten und dann neu angeschafft werden müssen. Auch das gab es bereits zu Paul Lafargues Zeiten:

Anstatt der Seidenfaser ihre Einfachheit und natürliche Geschmeidigkeit zu lassen, überläd man sie in Lyon mit Mineralsalzen, die ihr Gewicht geben, sie aber brüchig und wenig brauchbar macht. Alle unsere Produkte sind verfälscht, um ihren Absatz zu erleichtern und ihre Haltbarkeit zu verkürzen. 

 Er wird sogar noch deutlicher, indem er mit beißendem Sarkasmu erläutert, was der Sinn der künstlich verkürzten Produktlebensdauer ist:

Diese Fälschungen, die einzig und allein menschlichen Rücksichten entspringen, jedoch den Fabrikanten, die sie praktizieren, famose Profite eintragen, sind zwar für die Qualität der Waren von verderblichster Wirkung, sind zwar eine unerschöpfliche Quelle von Vergeudung menschlicher Arbeit, aber sie kennzeichnen doch die geniale Menschenliebe der Bourgeois und die schreckliche Perversität der Arbeiter, die, um ihre lasterhafte Arbeitssucht zu befriedigen, die Herren Industriellen veranlassen, die Stimme ihres Gewissens zu ersticken und sogar die Regeln der kaufmännischen Ehrbarkeit zu verletzen.

Die Dampfmaschine war eine der ersten Errungenschaften, welche die Menschen von Arbeit entlasteten....

  Es gibt in der Tat auch heute noch Leute, die glauben, dass es gut sei, dass ihre für schwer verdientes Geld teuer gekauften Besitztümer schon nach kurzer Zeit kaputt gehen: "Das muss doch so sein, denn sonst hätten wir ja keine Arbeit!" wird man in vielen Fällen hören, wenn man dieses Thema anspricht.

 Natürlich hat z.B. der Fließbandarbeiter in einer Autofabrik mehr Arbeit, da Autos nur einige Jahre halten und dann neu gekauft werden müssen. Dadurch kann er mehr Geld verdienen als wenn Autos ein Leben lang halten würden. Was er dabei vergisst: Diese Geld geht vollständig wieder drauf und zwar für sein eigenes Auto und all die anderen Gegenstände, die er ständig neu kaufen muss, weil sie Schund sind und in kurzer Zeit kaputt gehen. Aus diesem Grunde arbeitet er bei genauem Hinsehen Tag für Tag einen großen Teil seiner Schicht für  - nichts.

Gut, nicht wirklich für nichts, denn wenn auch der Arbeiter nichts von seiner Mehrarbeit hat, die Unternehmen verdienen ja an jedem Stück ihr Geld, auch wenn der Arbeiter und Konsument im Grunde nichts von seinem Anteil hat, weil er dafür Dinge kaufen muss, die er nicht kaufen müsste, wenn sie so lange halten wüden wie sie halten sollten und könnten.

 

Das Ende der Fahnenstange

 In früheren Zeiten wuchs trotz Betrug am Arbeiter und Konsumenten - freilich kurzeitig auch einmal von Krisen unterbrochen - der Lebensstandard beständig an, während die Arbeitszeit immer weiter verkürzt wurde. In diesen Zeiten schien die Verelendungstheorie von Karl Marx widerlegt zu sein. Das lag aber nur daran, dass sich die Arbeiter wehrten und mit Hilfe ihrer Gewerkschaften ihren rechtmäßigen Anteil am Sozialprodukt wenigstens zu einem erheblichen Teil erstritten.

 Natürlich wurden auch zu dieser Zeit Arbeitskräfte durch technischen Fortschritt eingespart und freigesetzt. Gleichzeitig kamen aber neue Produkte hinzu, deren Herstellung neue Arbeitskräfte verlangte. Wenn z.B. in einer Fahrradfabrik durch Rationaliseirung Arbeitskräfte frei wurden, konnte man die Produktion von Mopeds aufnehmen. Da die Arbeiter sich aber gleichzeitig höhere Löhne erstritten und damit einen Anteil des zusätzlichen Profits bekamen, der durch die höhere Produktivität entstand, konnten sie diese Mopeds auch kaufen.

.. Roboter sind eine der modernsten. Durch diese Entwicklung könnten wir mit sehr wenig Arbeit sehr gut leben, wenn man uns nicht nach Strich und Faden betrügen würde (Bild: H. Weihe, PD)

 Der Werktätige hatte also zumindest in einem gewissen Umfang Teilhabe an der verbesserten Produktivität. DIese konnte er nämlich erzwingen, da immer noch neue Produkte zu erfinden und einzuführen waren, was jedesmal neuen Bedarf an Arbeitern erzeugte. So wurden Arbeit und Wohlstand wenigstens einigermaßen gleich verteilt.

 Mittlerweile hat sich die Situation jedoch stark verändert. Es gibt kaum noch Raum für neue Produkte, die man noch einführen kann- schlichtweg deswegen, weil wir bereits alles haben. Dazu kommt, dass vor allem die Arbeiten eingespart oder durch Maschinen verrichtet werden, die früher für die nicht oder wenig qualifizierten Leute da waren. So ist heute die wirksamste und im Grunde einzige Waffe des Arbeiters stumpf geworden. Wie in den Zeiten des Frühkapitalismus hat der Unternehmer mehr Arbeitskräfte zur Verfügung als er braucht und kann dem Arbeiter seine Bedingungen diktieren. Nimmt er sie nicht an, steht bereits ein anderer vor der Tür, der denn Job zu noch schlechteren Bedingungen macht.

.Das funktioniert aber nur, wenn Arbeitslosigkeit richtig weh tut. Genau aus diesem Grunde wurden die Bedingungen für Arbeitslose in den letzten Jahren gnadenlos verschärft. Man schikaniert Arbeitslose heute bis aufs Blut und zwingt sie jeden Job anzunehmen. Dadurch hat der Arbeitgeber freie Auswahl und kann mit seinen Leuten praktisch machen was er will. Ganz besonders perfide ist dabei, dass die Arbeitslosen von heute durch ihre Arbeit von gestern die Strukturen geschaffen haben, die sie heute arbeitslos machen: Die modernen Maschinen und die Produktionsstätten in Billiglohnländern wurden mit dem Geld bezahlt, dass sie den Unternehmen verdient haben. Von Rechts wegen gebührt diesen Menschen Teilhabe an dem von ihnen erarbeiten, was durch eine entsprechend Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich zu geschehen hätte. Anstatt dessen diskriminiert man sie als asoziale Drückeberger und schikaniert sie damit, sich um Jobs bemühen zu müssen, die es garnicht gibt.

 

Wie soll es weitergehen?

 Fakt ist, dass unsere moderne Industrie die menschliche Arbeit bereits zu einem großen Teil überflüssig gemacht hat. Es gibt ganz einfach nicht mehr genug Arbeit um es jedem zu ermöglichen, acht oder mehr Stunden am Tag zu arbeiten. Dass das so ist, sieht man daran, dass diejenigen, die noch Arbeit haben, in der Lage sind, die anderen mit zu versorgen.

 In der heutigen Situation werden sowohl die Arbeitslosen betrogen, als auch diejenigen, die noch Arbeit haben. Den Arbeitslosen entält man  ihren Anteil an den Früchten des in früheren Zeiten geschaffenen vor indem man sie einfach ausgeschlossen hat.  Die anderen betrügt man darum, indem man ihnen nicht den Lohn bezahlt, der ihnen zusteht und sie länger arbeiten lässt als es nötig wäre. Das dies so ist, sieht man daran, dass trotz des angeblich so schlechten Standortes Deutschland in den ach so schlechten letzten Jahren die Unterrnehmensgewinne kräftig gestiegen sind, während die Einkommen der Arbeiter immer schlechter wurden.

 Eine Verbesserung kann es nur durch eine radikale Veränderung der Verhältnisse geben. Ob dies durch eine radikalen Umverteilung der Arbeit durch erhebliche Arbeitszeitverkürzung möglich ist, oder ob man besser die Idee des bedingslosen Grundeinkommens und der Freiwilligkeit der Arbeit umsetzt, mag vorerst noch dahin gestellt sein. Fakt ist jedoch, dass wir unverschämt belogen werden, wenn man uns erzählt, dass wir für immer weniger Gegenleistung immer mehr arbeiten müssen um "international konkurrenzfähig" zu bleiben.

 Wir müssen also umdenken und uns von der Vorstellung verabschieden, dass Arbeit der Sinndes Lebens sei. Vor dem Hintergrund der modernen technischen Möglichkeiten und der heutigen Produktivität klingt auch Paul Lafargues Forderung keineswegs mehr utopisch:

Wenn die Arbeiterklasse sich das Laster, welches sie beherrscht und ihre Natur herabwürdigt, gründlich aus dem Kopf schlagen und sich in ihrer furchtbaren Kraft erheben wird, nicht um die »Menschenrechte« zu verlangen, die nur die Rechte der kapitalistischen Ausbeutung sind, nicht um das »Recht auf Arbeit« zu fordern, das nur das Recht auf Elend ist, sondern um ein ehernes Gesetz zu schmieden, das jedermann verbietet, mehr als drei Stunden pro Tag zu arbeiten, dann wird die alte Erde, zitternd vor Wonne, in ihrem Inneren eine neue Welt sich regen fühlen -- aber wie soll man von einem durch die kapitalistische Moral verdorbenen Proletariat einen männlichen Entschluß verlangen! 

 

[Update 28.10.10: Zu der Zeit, als ich diesen Artikel schrieb, kannte ich die Zusammenhänge um Geld und Zins noch nicht, die letztendlich auch hinter der hier beschriebenen Problematik stecken. Da ich mittlerweile auch darüber einiges herausgefunden habe, lohnt es sich meine Artikel zu dieser Thematik sowie die verlinkten Quellen und weiteren Verweise ebenfalls zu lesen, um die hier beleuchteten Aspekte in das Wissen um das globale System des Zinses und der Ausbeutung von Mensch und Planet einordenen zu können.]

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Kommentare

MP 01/24/2009 22:56

Demnach hätte die DDR einen drastischen Aufschung auch noch in den 70er Jahren erleben müssen.

Meiner Meinung nach gibt es immer Arbeit - die Frage ist nur, ob sie sich lohnt.

Fokko 01/26/2009 14:13


Genau. Und das sagt ja auch Paul Lafargue...


Laufende Kosten zu hoch?

Zu hohe Stromrechnung? Gas zu teuer? Internetkosten inakzeptabel?

 

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