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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

17. Januar 2009 6 17 /01 /Januar /2009 11:56

Das Wildschwein, bei den Jägern wird es als Schwarzwild bezeichnet, ist in vielen Gegenden Deutschlands wieder sehr häufig geworden, nach dem es vielerorts längere Zeit völlig verschwunden war. Besonders interessant ist es unter anderem deswegen, weil es intelligent ist und eine ganze Reihe sozialer Verhaltensweisen hat. Unser Hausschwein stammt wahrscheinlich von ihm ab und ist mit ihm kreuzbar, deswegen gibt es immer wieder einmal Mischlinge zwischen Haus und Wildschwein, die auch fruchtbar sind. Auch gibt es (alte) Hausschweinrassen, wie z.B. das Wollschwein, denen man ihre Herkunft noch deutlicher ansieht, als den heute üblichen Schweinerassen.

Das Wildschwein lebt seit Urzeiten in unseren Wäldern und ist, nach dem es aus vielen Gegenden bereits verschwunden war, mittlerweile wieder weit verbreitet. In Wirklichkeit wird man einen alten Keiler aber  eher selten so nahe bei einer Rotte Bachen mit Frischlingen sehen, denn die alten Haudegen sind brummige Einzelgänger (Gemälde von Walter Heubach)

 Ein schlaues Viech..

 In Fabel und Märchen sowie auch in der Vorstellung vieler Menschen ist der Fuchs das schlaueste Tier im Wald. Tatsächlich dürfte dieser Titel jedoch eher dem Wildschwein zukommen. Seine Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und seine Vielseitigkeit bei der Nahrungsaufnahme machen es zu einem wahren Überlebenskünstler. Deswegen leben Wildschweine zwar vor allem im Wald, ihrer eigentlichen Heimat, suchen aber zur Nahrungsaufnahme auch die Feldflur und sogar menschliche Siedlungen auf. Wenn es Wald als Einstand, also quasi als Wohnquartier, gibt, können die Schwarzkittel sogar in Stadtnähe und, wie in Berlin etwa, in den Außenbezirken von Großstädten leben.

 

Der Speisezettel

 Als Allesfresser hat es ein Gebiss, welches sich von dem des Menschen im Grunde nur duch die Anzahl der Zähne und ihre Stellung unterscheidet: Die unteren Schneidezähne, die in ihrer Form den menschlichen gleichen, stehen beim Wildschwein stark nach vorne, so dass sie wie eine Schaufel aussehen. Sie dienen bei der Nahrungssuche auch tatsächlich als eine solche: mit ihnen wird der Boden nach Würmern, Schnecken, Engerlingen, Wurzeln und dergleichen durchgearbeitet. Die Nahrung, die das Wildschwein auf diese Weise findet, nennt der Jäger Untermast, diejenige, die das Wildschwein über der Erde findet, ist die Obermast. Auch hier ist es nicht sehr wählerisch: Eicheln, Bucheln und Nüsse werden genauso genommen wie Aas, Getreide, Obst und so gut wie alles sonst auch, was nur irgendeinen Nährwert hat und nicht giftig ist.

Her Keiler genießt - immer noch im  schicken Wintermantel - einen Spaziergang in der noch zaghaften Frühlingssonne

 Der Grabvorgang wird als Brechen bezeichnet, das Maul des Wildschweins heißt daher Gebrech. Das Gebrech darf man nicht mit dem Gebräch verwechseln, denn dieses bezeichnet die Stelle an der Wildschweine brechen bzw. gebrochen haben. Im Wald schadet es nichts, wenn die Wildschweine den Boden fleißig umgraben, es ist sogar eher von Nutzen. Ärgernis erregen sie aber, wenn sie sich zur unterirdischen Nahrugsauffnahme  eine Wiese aussuchen. Die sieht dann aus wie die Teststrecke einer Planierraupenfabrik, was beim Jäger ein langes Gesicht verursacht: Entweder repariert er den Schaden mühselig mit Hacke und Schaufel (wenn das noch geht) oder er bezahlt dafür.

 Auch Weizen, Mais und neuerdings auch Raps schmecken dem Wildschwein und von den langen Grannen der Gerste lässt es sich entgegen einer verbreiteten Meinung auch nicht immer abschrecken. Da Wildschweine als gesellige Wildart meist zu mehreren kommen, sind die Folgen entsprechend. Hier gibt es natürlich keine Reparatur, der geplagte Waidmann muss das Portemonnaie öffnen - es sei denn, er kann den erzürnten Landmann vielleicht gerade noch mit Wildbret besänftigen, dass er ihm dafür kostenlos liefert. Das geht aber allenfalls wenn der Schaden nicht allzu groß ist.

 

Körperbau

 Außer den Schneidezähnen besitzt das Wildschwein Eckzähne, submolare und molare Backenzähne. Die Eckzähne sind bereits bei der Bache wesentlich länger als im menschlichen Gebiss und heißen Bachenhaken. Beim Keiler sind sie als sekundäre Geschlechtsmerkmale mehr oder weniger imposant ausgebildet. Sie stehen aus dem Gebrech als gebogene Keilerwaffen hervor und dienen auch zu diesem Zweck. Das untere Paar nennt der Jäger die Gewehre, dass obere bezeichnet er als Haderer. Die Waffen wachsen zeitlebens und sind deswegen umso größer, je älter der Keiler ist. Deswegen stellen sie neben dem Bart, der aus den Rückenhaaren gebunden wird, die Trophäe dar, die sich der Jäger aufhebt, der einen Keiler erlegt.

 Wohl, weil das Schwarzwild sich im Aussehen stark von anderen Schalenwildarten wie Reh- und Rotwild unterscheidet - es ist zwar auch ein Paarhufer, aber kein Wiederkäuer - bezeichnet die Jägersprache seine Körperteile (teilweise) anders als bei diesen. Das Fell heißt hier Schwarte statt Decke, das Fett darunter ist das Weiße und nicht das Feist wie bei Reh und Hirsch. Ein Stück Schwarzwild wird daher auch abgeschwartet und nicht aus der Decke geschlagen. Wer das schon einmal gemacht hat, weiß, dass der Vorgang auch ein etwas anderer ist: Während man bei einem Reh die Decke verhältnismäßig leicht abziehen kann - gegebenefalls hilft man mit der Faust nach, daher auch "aus der Decke schlagen" - muss man bei einer Sau die Schwarte durchgängig abschärfen, also mit dem Messer vom darunter liegenden Gewebe trennen.

Eine Bache mit noch gestreiften Frischlingen im Sommerkleid (Bild, Dave Pape, PD)

 Ein einzelnes Stück Schwarzwild unbestimmten Geschlechts nennt man eine Sau ( Mehrz.: Sauen), manchmal auch einfach Schwein. Die Ohren der Sau heißen nicht Lauscher, sondern Teller, der Schwanz nicht Wedel, sondern Pürzel. Wie anderes Schalenwild auch äugt es jedoch mit seinen Lichtern und bewegt sich bei nicht so ganz traditionsbewussten Jägern schon auch einmal auf Läufen statt auf Hämern (Einz.: Hamer).

 Weil das Wildschwein kein Wiederkäuer ist, hat es auch nur einen einzigen Magen, der als Waidsack bezeichnet wird. Die Hoden des Keilers werden heute meist, wie beim übrigen Schalenwild auch, als Brunftkugeln bezeichnet, genau genommem heißen sie aber Klötze oder Steine. Der Penis heißt nicht etwa Keilriemen wie ein uralter Kalauer behauptet, sondern Brunftrute. Das weibliche Gegenstück dazu ist das Feuchtblatt.

 Der Gesichtssinn ist bei Sauen, so wie bei vielen Tieren, nicht übermäßig ausgeprägt. Dafür haben sie ein äußerst feines Wittterungsvermögen. Der richtige Riecher hilft ihnen, interessante Nahrung im Boden aufzuspüren und mögliche Feinde auf größere Entfernungen auszumachen. Unter Jägern gilt der feine Geruchssinn als sprichwörtlich, denn sie sagen, dass ein Haar, das vom Haupt des Jägers fällt "vom Muffel eräugt, vom Rotwild vernommen und vom Schwarzwild gewittert" wird. Sauen vernehmen, also hören allerdings auch recht gut, doch nutzt sie das oft nicht viel, denn sie machen selbst gerne einen Heidenspektakel. Vor lauter Gegrunze und Geschmatze kann es dann passieren, dass sie den anpirschenden Jäger doch nicht vernehmen und der eine der sonst recht raren Chancen für einen Schuss auf ein Stück Schwarzwild erhält.

 

Fortpflanzung und "Familienleben"

 Dir Brunft heißt beim Schwarzwild Rauschzeit. Normalerweise werden die Bachen im Spätherbst oder Winter rauschig. Nach drei Monaten, drei Wochen und drei Tagen (genau genommen sind es zwar eher 120 Tage, aber Jäger lieben nun einmal solche Sprüche) frischt die Bache ihre Frischlinge, wie man die Ferkel des Wildschweins nennt. Je nach dem, wie alt die Bache ist, frischt sie mehr oder weniger Frischlinge. bei sehr jungen Bachen können es nur ein oder zwei, bei ausgewachsenen bis zu sieben oder gar acht sein. Für ihren Nachwuchs baut Mama Wildsau ein richtiges, hübsches Nest in einer Bodenmulde, dass mit herbei geschlepptem Pflanzenmaterial ausgepolstert wird und Wurfkessel heißt. Gibt es keine natürliche Mulde im Boden, wird ganz einfach eine gegraben.

Familienleben bei Wildschweins

 Normalerweise kommen die Frischlinge oder Frösche, die übrigens mit Borsten und offenen Augen geboren werden, also im Spätwinter oder Frühjahr zur Welt. Derzeit rauschen und frischen die Bachen bei uns aber das ganze Jahr. Einige Leute behaupten, dass käme davon, dass so viele Leitbachen geschossen würden. Die Leitbache, die Chefin einer Rotte Sauen, ist im Normalfall eine erfahrene alte Bache, die möglicherweise die Rausche gewissermaßen synchronisiert. Wird sie rauschig, tun das die anderen Bachen in der Rotte auch. Fehlt sie auf einmal, bricht nach dieser Theorie ein Rauschzeit-Chaos aus und die Bachen werden zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten rauschig und frischen dementsprechend auch das ganze Jahr.

 Eine andere Erklärung ist viel einfacher: Durch das derzeitige milde Klima und das gute Nahrungsangebot können neugeborene Frischlinge praktisch zu jeder Jahreszeit überleben. Unter härteren Bedingungen würden die zur Unzeit geborenen Frischlinge sterben und könnten daher die Veranlagung zum unzeitgemäßen Rauschen nicht weitervererben. Selbst wenn also etwas dran ist an der Theorie mit den fehlenden Leitbachen, könnte sich dieser Effekt kaum auswirken, wenn nicht die Lebensbedingungen so sind, dass zur falschen Zeit geborene Frschlinge trotzdem überleben.

Kleine Meinungsverschiedenheiten kommen in den besten Familien vor

 Die Frischling bleiben natürlich zunächst bei Ihrer Mutter. Am Anfang weist ihre Schwarte die typischen Frischlingsstreifen auf, die sich später verlieren. Wenn sie zwischen ein und zwei Jahren alt sind, nennt man sie Überläufer. Die Bachen bleiben weiterhin normalerweise bei der Rotte ihrer Mutter, die jungen Keiler werden verjagt, wenn sie geschlechtsreif werden. Sie bilden dann zunächst eigene Rotten, bis sie sich dann mit dem Älterwerden zu Einzelgängern entwickeln, welche zur Rauschzeit die weibilchen Rotten aufsuchen um ihren Gelüsten zu frönen.

 Da die Bachen bei der Rotte ihrer Mütter bleiben, besteht eine solche Rotte aus Müttern, Töchtern, Schwestern, Tanten, Nichten, Cousinen und so weiter, nebst kleinen Brüdern, den jungen Keilern nämlich, die noch bei der Mutterrotte bleiben dürfen. Unter den Bachen einer Rotte sind nicht alle Bindungen gleich stark, es gibt  vielmehr besondere Freundschaftsverhältnisse und auch wohl  Antipathien. Es kommt nun immer wieder vor, dass Bachen mit der Leitbache Ärger bekommen und die Rotte verlassen. Normalerweise wird ein solche Bache aber nicht zur Ausgestoßenen, denn in der Regel hat sie ein paar gute Freundinen, die sich ihr anschließen. Auf diese Weise entsteht dann eine neue Rotte, die sich ein eigenes Revier sucht und durch Nachwuchs an Stärke zunimmt, da das Schwarzwild eine hohe  Vermehrungsrate hat. Zuammen mit dem Umstand, dass Wildschweine sehr mobil sind und im Bedarfsfall innerhalb von 24 Stunsden schon mal 50 oder 60 Kilometer zurücklegen können, ist das ganz offensichtlich eine erstklassige Strategie um neue, geeignete Lebensräume zu erschließen.

 

Ist das Wildschwein ein Dreckschwein?

 Auch wenn Wildschweine oft über und über mit Schlamm bedeckt sind, ist das ganz und gar kein Zeichen von nachlässiger Hygiene. Im Gegenteil: Das als Suhlen bezeichnete Wälzen in Schlammlöchern, stellt die Körperpflege der Sauen dar. Damit entfernen sie nämlich Parasiten, die sich zwischen seinen Borsten eingenistet haben. Die ersticken nämlich in der Schlammschicht, welche, wenn sie getrocknet ist durch Reiben an einem geeigneten Baum, dem Malbaum wieder entfernt wird. Solche Malbäume gibt es immer in der Nähe von Suhlen. Daran, wie hoch die Spuren der schweinischen Körperpflege daran reichen, kann der aufmerksame Naturbeobachter ablesen, wie groß die größten Exemplare des Publikums sind, welchs die jeweilige Suhle frequentiert.

Da soll noch mal einer was von "Dreckschwein" sagen: Selbst bei Schneelage wird die Badestube aufgesucht...

 Bei älteren Keilern bildet sich im Bereich des Blattes, also an der Schulterpartie aus Harz und Schlamm gerne eine Schutzschicht, die sich zu einem richtigen Panzer auswachsen kann. Ein solches Panzerschwein ist zwar nicht gegen die Kugel des Jägers gefeit, aber in alten Zeiten, als man Sauen noch mit der Saufeder, einer kurzen Lanze, jagte, dürfte der Panzer das schwierige und gefährliche Erlegen eines alten Keilers zusätzlich erschwert haben.

 An heißen Tagen ist die Suhle natürlich gleichzeitig eine willkommene Abkühlung. Offenbar macht das Suhlen den Sauen ein ähnliches Vergnügen wie uns Menschen das Baden. Sie singen dabei zwar nicht, aber an dem behaglichen Gegrunze kann man leicht feststellen, dass es ihnen offenbar sauwohl ist.

 Schweine sind also in Wirklichkeit sehr reinliche Tiere, genauso wie Gänse keineswegs dumm sind. Sie sind sogar stubenrein, wie man von Leuten weiß, die sich Schweine als Haustiere gehalten haben. Für die in der üblichen Weise im Stall gehaltenen Hausschweine muss es daher furchtbar sein, dass sie in der eigenen Sch... liegen müssen.

 

 Wildschwein und Mensch

 Wie ihre Verwandten, die Hausschweine, können Wildschweine ein Beziehung zum Menschen aufbauen, die der Beziehung eines Hundes zu seinen Leuten ähnelt. Das liegt daran, dass sie wie Wölfe in Gemeinschaften leben und daher soziale Fähigkeiten haben. Als Haustiere eignet sich das WIldschwein deswegen aber doch nicht so recht, denn genauso wie beim Wolf sind diese sozialen Fähigkeiten nicht 100%ig kompatibel zum Menschen. Der Hund hingegen hat in der langen Zeit, die er mit ihm zusammenlebt, sein Verhalten in gewisser Weise auf den Menschen abgestimmt. Dazu kommt, dass Keiler als Erwachsene zu EInzelgängern werden und auch Bachen ihre Tücken haben.

 Das Schwarzwild ist ein wehrhaftes Wild, damit ist gemeint, dass Sauen bei Gefahr nicht nur die Möglichkeit haben zu fliehen, sonder sich notfalls auch recht wirkungsvoll ihrer Haut wehren können und zwar problemlos auch, wenn es sich beim echten oder vermeintlichen Gegner um einen Menschen handelt. Dabei zeigen Keiler und Bache unterschiedliches Verhalten. Ersterer schlägt mit seinen Waffen zu, lässt aber meist von seinem Gegner ab, wenn dieses kampfunfähig und der Fluchtweg frei ist. Die Bache hingegen beißt zu und zwar mit einer Bisskraft, um die sie jeder Schäferhund beneiden würde. Sie lässt auch nicht ab, sondern tötet den Gegner, der hinterher unter Umständen sogar verspeist wird. Wie oft auch  bei den Menschen, ist hier also die holde Weiblichkeit im Ernstfall rabiater als die männlichen Exemplare.

 Die Gründe für das unterschiedliche Verhalten liegen auf der Hand: Normalerweise geht man im Tierreich jeder Verletzungsgefahr so gut es geht aus dem Weg. Der Keiler setzt daher den Kampf nicht fort, sobald er sich eine sichere Fluchtmöglichkeit geschaffen hat. Die Bache muss jedoch auch für die Sicherheit ihrer Frischlinge sorgen, die nicht so gut flüchten können. Also macht sie den Gegner ein für alle Mal unschädlich. Und warum soll man anschließend die gute, eiweißreiche Nahrung verkommen lassen?

 Das Wildschwein ist jedoch beileibe kein angriffslustiges Monster, welches Waldspaziergänge zu lebensgefährlichen Unternehmungen werden lässt. In der Tat geht von WIldschweinen - wie übrigens auch von Wölfen - eine sehr geringe Gefahr aus. Sie lassen es nämlich normalerweise erst gar nicht auf eine Begegnung mit dem gefährlichsten Raubtier, dem Menschen, ankommen. Es muss schon sehr dumm laufen, damit man versehentlich ein Wildschwein so überrascht, dass es keine Möglichkeit mehr zur Flucht sieht und angreift.

 

Das Wildschwein in der Küche

 Da das Wildschein in der Landwirtschaft arg zu Schaden geht, muss es scharf bejagt werden. Aus diesem Grunde ist sein WIldbret in den Gegenden, wo es vorkommt, reichlich auf dem Markt. Wer keinen Jäger kennt, bei dem er es kaufen kann, fragt am besten bei Forstämtern nach, denn die verkaufen ebenfalls anfallendes Wild. Im Artikel "Wild in der Küche" gibt es übrigens allgemeine Informationen über  Bezugsquellen, Möglichkeiten und Vorteile von Wildbret.

 Da Wildschweine heute oft einen großen Teil ihres Nahrungsbedarfes mit Getreide decken, schmecken sie leider oft kaum oder gar nicht anders als Hausschweine. Was allerdings immer noch vorhanden ist, sind die speziellen qualitativen Vorteile von Wildbret: Es ist feiner strukturiert als Haustierfleisch, da es langsamer gewachsen ist. Weil Wildschweine genug Bewegung haben ist das Fleisch auch fester und magerer. Wildfleisch ist natürlich gewachsen und enthält daher auch keine Rückstände von all den chemischen Mitteln, welche in der Schweinezucht verwendet werden um schnell viel Fleisch zu erhalten.

 Man kann aus Wildschwein übrigens alles machen, was man aus Hausschwein auch machen kann,ausgenommen diejenigen DInge, an denen Schwarte sein muss, wie Bauchspeck und Krustenbraten. Die Schwarte wird beim Wildschwein nämlich abgezogen und nicht nur, wie beim Hausschwein, rasiert.

 Wildschwein kann man übrigens auch mit einem besseren Gewissen essen als das bei Hausschwein der Fall ist: Im Gegensatz zu seinen domestizierten Verwandten hat es ein artgerechtes Leben gehabt und zufrieden im Wald vor sich hin gegrunzt, bis es von der Kugel des Jägers getroffen wurde und in den Kochtopf wanderte.

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Kommentare

Thorsten 08/16/2009 15:53

Klasse Sache. Unterhaltsam geschrieben und dennoch voller Informationen. Für mich lehrreich, da ich das Aggressionspotential der Bachen bisher wohl unterschätzt, und das der Keiler überschätzt habe.

Wären die Infos in den Büchern zu meiner Prüfung so locker aufbereitet gewesen, wäre mir das Lernen leichter gefallen.

Und es stimmt: Das Wildpret vom Schwarzkittel ist extrem lecker und manigfaltig zubereitbar (Braten, Grillen, Räuchern, Verwursten...). Mir persönlich ist es lieber als z.B. Reh.

Gruß & Waihei

Thorsten

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