Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog

Über Diesen Blog

  • : Blog von Volker Wollny
  • Blog von Volker Wollny
  • : Hier gibt's jede Menge Informationen über heikle und weniger heikle, aber immer interessante Themen: Jagd, Waffen, Fischen, Selbermachen, Garten, Geld Sparen, Freizeit, Hobby, Kultur und was sonst noch dazu gehört
  • Kontakt

Profil

  • Fokko
  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.

Website:

Im Blog Suchen:

Newsletter abonnieren

Hier geht's zu Fokkos Selbstversorger-Newsletter:
Klicken!

Non-Blog-Sites

Andreas Quiring  

IT / EDV - Lösungen
Theodor-Veiel-Str. 17
70374 Stuttgart - Bad Cannstatt

Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

7. Januar 2009 3 07 /01 /Januar /2009 12:58

... ist bekanntlich verlassen. Dass solche alten Sprüche nicht nur Schall und Rauch sind, zeigt sich jetzt, als Russland der Ukraine und damit de facto auch uns den Gashahn zugedreht hat. Zwar beruhigt Bundeswirtschaftsminister Michael Glos die Verbraucher, doch die Angst vor kalten Wohnungen und auf dem Esbit-Kocher gewärmten Notmahlzeiten geht sicherlich bei einigen bereits um.

Gehen bei uns demnächst auch die Gasflammen aus? (Bild: George Shuklin, PD)

Gas-Transfer über die Ukraine komplett gestoppt 

 Wie Spiegel-Online heute berichtet, hat die Ukraine jetzt die Transitleitungen geschlossen, durch die das von Russland in die EU exportierte Gas sonst strömt. Noch bleiben die Öfen und Gasherde nicht kalt, denn natürlich gibt es Reserven. Da Russland aber auch das Geld braucht, welches es für das in die EU exportierte Gas bekommt, wird es früher oder später die Gaslieferungen wieder aufnehmen müssen. Es besteht also immerhin eine gewisse Hoffnung, dass wir gar keine Auswirkungen des derzeitigen Lieferstopps zu spüren bekommen.

 Anders sieht es natürlich aus, wenn Russlands Strategie darin besteht, die EU gewissermaßen als Geisel zu nehmen oder, besser gesagt,  zu zwingen, auf die Ukraine einzuwirken, im Gasstreit einzulenken. Dann könnten Esbit-Kocher und kalter Hintern durchaus bittere Wirklichkeit werden.

 In jedem Fall zeigt sich aber hier klar, wie problematisch es ist, bei wichtigen Rohstoffen von Importen abhängig zu sein: Selbst wenn man selbst gar keinen Streit mit dem Lieferanten hat, kann man schnell unter Vorkommnissen zu leiden haben, mit denen man direkt gar nichts zu tun hat.

 Natürlich freuen sich jetzt die Besitzer von Ölheizungen, die, wenn sie es nicht schon getan haben, sich durch den stark gefallenen Ölpreis derzeit noch günstig eindecken können und autark sind, solange das Öl im Tank reicht. Sie wiegen sich jedoch in einer trügerischen Sicherheit, denn auf die Länge gesehen, stehen sie nicht besser da, als diejenigen, die mit Gas heizen. Wirklich lachen können dagegen die Leute, die ihre Wohnungen mit regenerativen Energieträgern heimischer Herkunft warm halten:  Wer einen ordentlichen Brennholzstapel vor der Tür hat, darf  getrost davon ausgehen, dass in dem  Wald, aus dem sein Holz kommt, noch mehr davon ist - und nach menschlichem Ermessen auch in Zukunft sein wird.

 Ganz fein sind natürlich diejenigen raus, die ihr Brennholz erst gar nicht kaufen müssen, sondern aus dem eigenen Wald holen können, wie das bei vielen Bauern der Fall ist. Sie brauchen noch nicht einmal steigende Holzpreise zu fürchten. Wenn der Schlepper oder Unimog, mit dem man das Heizmaterial erntet, dann auch noch mit Raps vom eigenen Acker läuft,  ist die Freude perfekt: In diesem Falle ist auch noch der letzte größere Einfluss des Ölpreises auf die Heizkosten ausgemerzt. Noch autarker geht`s dann nur noch, wenn man das Holz statt mit dem Schlepper mit dem Pferd holt - was ja einige immer noch bzw. schon wieder tun.

 

Die vorhandene Erdgas-Infrastruktur ist auch mit Biogas benutzbar.

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Gaskessel gr.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Igelball)


Autarkie verhindert böse Überraschungen

 

 Diese Überlegungen lassen sich aber auch auf höhere Ebenen übertragen: Wenn wir, statt Erdgas zu importieren, Biogas erzeugen, können wir die vorhandene Gas-Infrastruktur von den Gasbehältern bei den Stadtwerken bis zu den Heizkesseln und Herden in den Haushalten komplett weiter benutzen. Weder kommunale Energieversorger noch Verbraucher haben dadurch Geld in den Sand gesetzt. Die großen Investitionen in das Erdgasnetz waren also zukunftssicher, auch wenn das wohl gar nicht beabsichtigt war.

 Abhängigkeiten wie die von fremdem Erdgas bestehen aber auch an anderer Stelle. Vom Erdöl brauchen wir gar nicht zu reden; aber auch der Strom aus herkömmlichen Quellen macht abhängig: von der Willkür der Energie-Multis, deren Macht wir derzeit schmerzlich in Form überzogener Strompreise zu spüren bekommen. Energie aus erneuerbaren Quellen kommt nicht von den Multis, sondern von kleinen Gesellschaften, die lokal und regional operieren. Dadurch wird das ganze überregionale Höchst- und Hochspannungsnetz überflüssig, der Schnabel der Multis bleibt sauber. Altrnative Energie ist eben Bürgerenergie.

 Genau das ist es, was die großen Energieversorger an den Erneuerbaren Energien fürchten. Aus diesem Grunde setzen sie einerseits ihre Lobby ein, um den Öko-Strom nach Kräften zu behindern und versuchen andererseits, mit sinnlosen und sogar umweltschädlichen Projekten, eine Scheibe vom Kuchen abzubekommen. Die massive Behinderung der Windenergenie-Nutzung durch die Regierung in Württemberg ist ein Beispiel für die erste Strategie, der Hype um Off-Shore-Windkraftwerke eines für die zweite: Bei diesen Kraftwerken wird der Strom wiederum in großen Mengen an wenigen Stellen erzeugt und über die großen Netze der Multis verteilt. Damit würde die Abhängigkeit der Verbraucher von ihnen auch bei den erneuerbaren Energien festgeschrieben und die fröhliche Abzocke beim Strompreis könnte weitergehen.

 Das lässt sich aber verhindern - und zwar auf der Ebene der Kommunen und Kreise. Je mehr hier auf die Nutzung von regenerativen Energieträgern am Ort gesetzt wird, desto weniger haben die großen Energieversorger eine Chance, überzogene Strompreise zu verlangen. Dass aus dem Ganzen natürlich auch in anderen Bereichen, bei Kraftstoffen für Fahrzeuge etwa, ein Schuh wird, vesteht sich von selbst. Hoffen wir also, dass die Gaskrise wieder ein paar Leute mehr zum Umdenken in Richtung Erneuerbare Energieträger aus heimischer Herkunft bringt....

 

 



Diesen Post teilen

Repost 0

Kommentare

Laufende Kosten zu hoch?

Zu hohe Stromrechnung? Gas zu teuer? Internetkosten inakzeptabel?

 

Vergleichen hilft Sparen!