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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

10. Januar 2009 6 10 /01 /Januar /2009 14:50

Jagen gilt landläufig immer noch als teure Sache und wird von vielen als etwas "für Reiche" angesehen. Beim genauen Hinsehen wird dem einen oder anderem aber einfallen, dass er "auch ganz gewöhnliche Leute kennt", die auf die Jagd gehen: Arbeitskollegen, Bekannte, Verwandte. Schnabulieren solche Leute etwa daheim den Kitt aus den Fensterscheiben, weil alles Geld für die Jagd draufgeht und nichts mehr fürs Essen übrig bleibt? Eine interessante Frage, die vor allem denjenigen bewegen wird, der sich mit dem Gedanken trägt, das Jagen anzufangen und nicht gerade ein Onkel Dagobert ist.

 Ja nun, wie sieht es mit dem Kosten für Kurs und Ausrüstung aus, wenn man Jäger werden (und sein) will? Nun, Jagen ist preisgünstiger als viele denken, zumindest wenn man nicht zu anspruchsvoll ist, was die Beute angeht. Wenn man einen unentgeltlichen Begehungsschein hat, ist das teuerste an der ganzen Jagd meist der Sprit, den man braucht um ins Revier zu kommen. Mit einem Pirschbezirk beim baden-württembergischen Staat ist man mit etwa 250 bis 400 Euro pro Jahr dabei, wenn man es schafft, die erlegten Rehböcke mit Abschüssen von Geißen, Kitzen, Frischlingen und Überläufern "abzuarbeiten". Für je zwei Stück von diesen darf man nämlich einen Rehbock umsonst erlegen, ansonsten kosten sie extra und zwar nach Trophäengewicht. Außerdem bekommt man das Wildbret ein wenig billiger als der Normalbürger, mithelfende Jäger bezahlen beim Forstamt die Wildbretpreise, die auch für pensionierte Förster und Waldarbeiter im Ruhestand gelten.

 

Grundsatz "Entweder spottbillig oder richtig teuer": Für die Kleinkaliber-Selbstladebüchse im oberen Bild tut�s das preisgünstige Bushnell-Zielfernrohr mit der einfachen Aufschubmontage. Für den Drilling geht man aber besser keine Kompromisse ein: Swarowski 3-12x56 mit Suhler Einhakmontage. Letztere muss zwar nicht unbedingt sein, es gibt auch preisgünstigere gute Montage - aber sie ist halt mal schöööön....

Schießstandbesuche

  Was tatsächlich ein wenig ins Geld geht, sind die Schießstandbesuche, die man eigentlich öfter mal machen sollte, damit man beim Schießen nicht aus der Übung kommt. Deswegen sollte man auch wenigstens eine Waffe in einem verbreiteten Kaliber besitzen, für die es dann auch preisgünstige Patronen gibt, denn großkalibrige Büchsenpatronen sind recht teuer. In den verbreiteten Kalibern - vor allem 8x57JS, .308 Winchester und 30-06 Springfield - gibt es jedoch eine große Auswahl an Patronen, darunter auch sehr preisgünstige. Auf der Jagd schießt man dagegen nicht so oft; daher spielt es für die Waffen, die man nur im Revier führt, keine so große Rolle, ob die Patrone einen oder fünf Euro kostet. Sport-Schrotpatronen für das jagdliche Schießen auf Tontauben hingegen sind zwar relativ preisgünstig, dafür verbraucht man jedoch viele, so dass das Schrotschießen auch nicht gerade billig ist. Insgesamt kann man sagen, dass ein Tag auf dem Schießstand mit Kugel- und Schrotschießen wohl Kosten in der Größenordnung eines Essens zu zweit in einem nicht ganz schlechten Restaurant verursacht, nämlich so etwa 60 Euro oder etwas mehr. Und etwa so oft wie einen Restaurantbesuch sollte man sich einen Schießtag auch gönnen.

 

Pächter oder revierloser Jäger?

 Die laufenden Kosten für die Jagd sind also, wenn man kein eigenes Revier pachtet, durchaus erschwinglich. Auch beim Pachten kann man manchmal ein Schnäppchen machen, aber hier ist man besser vorsichtig: Ein Pachtvertrag läuft mindestens neun Jahre und man weiß ja nicht unbedingt, wie sich das eigene Einkommen entwickelt. Außerdem gibt es da noch die mögliche Kostenfalle Wildschaden, welcher schnell mal mehr Geld verschlingen kann als die Pacht; gerade Reviere die man billig pachten kann, sind hier verdächtig. Mit dem Pachten eines eigenen Revieres kann man sich jedoch durchaus Zeit lassen. Zunächst muss man drei Jahre einen Jagdschein besessen haben, bevor man überhaupt pachtfähig ist. Aber auch dann hat man oft noch nicht die notwendie Erfahrung um ein guter Revierleiter zu sein. Irgendwann kommt aber vielleicht eine gute Gelegenheit, ein kleines Niederwildrevier auf dem Lande ist doch immer wieder mal zu einem erschwinglichen Preis zu haben. Vor allem, wenn mal die Kinder aus der Ausbildung sind und das Haus abbezahlt, ist auch bei Normalverdienern dieser kleine Traum oft erfüllbar.

 

Dicke Knochen haben ihren Preis...

Tatsächlich teuer wird es, wenn man scharf auf repräsentative Trophäen ist. Gute Rothirsche, Muffelwidder und wirklich starke Keiler kosten als Einzelabschuss erkleckliche Abschussgebühren und Reviere, die solches Wild zu bieten haben kosten richtig Kohle, wenn man sie pachten oder dort auch nur einen Begehungschein haben möchte. Auch wenn man meint, im Ausland auf exotisches Wild wie Löwe, Büffel, Bär und so etwas jagen zu müssen, darf man recht tief in die Tasche greifen. Das muss aber keineswegs sein, denn auch das Waidwerk auf Reh, Fuchs und Sau kann herrliche Jagdstunden und -tage bringen. Nicht die Größe der Trophäe ist entscheidend, sondern das Jagderlebnis. Und gerade an diesem mangelt es bei den teuren Abschüssen halt oft, weil man nicht wirklich selbst jagt, sondern von einem Profi auf das zu schießende Stück geführt wird.

Wenn man kein eigenes Revier pachtet und auch nicht unbedingt dauernd Renommiertrophäen geschossen haben muss, verursacht die Jagd also keine übermäßig hohen, laufenden Kosten. Was aber kostet der Einstieg? Ganz billig ist der tatsächlich nicht, aber er fällt ja nur einmal an und wenn man ein wenig schlau ist, braucht man nicht unnötig viel dafür auszugeben.

 

Gute Messer müssen nicht teuer sein: Nur knappe 50 Euro hat dieses feststellbare Klappmesser von Herbertz gekostet

Der Jagdschein

 Kaum etwas sparen kann man beim Erwerb des Jagdscheines, denn hier liegen so ziemlich alle Kosten fest, da es sich zum einen Teil um feste Gebühren handelt, zum anderen um Dinge, an denen man nicht sparen sollte. Mit etwa 2500 bis höchsten 3000 Euro sollte man aber hinkommen, bis man den ersten eigenen Dreijahresjagsdschein in der Hand hält. Für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühr, sowie für Literatur und Schießkarten sind so an die 1400-1500 Euro am Anfang fällig, der Rest geht während des Kurses drauf, für Patronen, das eine oder andere Stück zusätzliche Literatur, Sprit und das drauf, was man in den diversen Kneipen verzehrt, in denen die Kursveranstaltungen stattfinden bzw. die man nach Waldbegehungen und dergleichen noch aufsucht - und ganz am Schluss für die Jagdscheingebühr und die Jagdhaftpflichtversicherung, etwa 250-300 Euro für drei Jahre. Die gute Nachricht: Ein erheblicher Teil dieses Geldes wird an anderen Stellen eingespart. Während des Jägerkurses hat man nämlich kaum Zeit, für irgend etwas anderes Geld auszugeben.

 

Waffen

  Hat man dann den ersten Jagdschein, benötigt man natürlich außer einer Jagdgelegenheit auch eine Jagdausrüstung. Hier geben viele Leute Unsummen aus, was aber nicht unbedingt notwendig ist. Grundsätzlich gilt hier mit wenigen Ausnahmen der Grundsatz: Entweder spottbillig oder richtig teuer. Halbe Sachen kosten zuviel Geld als dass man den Preis verschmerzen könnte, erfüllen aber oft nicht den Zweck, dem sie dienen sollten. Leider gibt es, von wenigen Ausnahmen abgesehen, aber keine ganz billigen Waffen. Besser als ein neues "preiswertes" Produkt ist meist der Gebrauchtkauf einer Nobelmarke. Das gilt vor allem für Waffen samt Zieloptik: Jagdwaffen nutzen sich wenig ab, weil man nicht jeden Tag etwas schießt und die meisten Jäger viel zu geizig sind, um oft auf den Schießstand zu gehen. Oft hat einer einen ganzen Schrank voll Waffen, von denen er aber fast immer die gleichen ein oder zwei im Revier herumschleppt. So kommt es, dass man nicht selten Jahrzehnte alte Jagdgewehre sieht, die fast neu sind. Solche Waffen kommen auf den Markt, wenn alte Jäger "den Waffenschrank ausräumen" oder vom allerobersten Jagdherrn in die ewigen Jagdgründe abberufen wurden. Wenn man gebrauchte Waffen von Privat kauft, sollte man jemand mitnehmen, der davon etwas versteht. Es lohnt sich aber auch, sich bei Büchsenmachern und in Waffenläden umzusehen, denn die müssen auch für gebrauchte Waffen gewährleisten und haben noch dazu einen Ruf zu verlieren. Es werden beim Neukauf oft gebrauchte Waffen in Zahlung gegeben, die man dann verhältnismäßig günstig erwerben kann. Waffen veralten nicht so schnell wie Autos und nutzen sich auch nicht so rasch ab. Eine Waffe hat man ein Leben lang, eine gute, wenn man sie ein wenig pflegt, sogar dann, wenn man sie tagtäglich bei Wind und Wetter im Revier mit sich herumschleppt - und sie bei der Anschaffung schon gebraucht war. Und wer, außer den Leuten, die einen schon länger kennen, weiß, dass man seinen alten, aber hochwertigen Drilling nicht schon seit Jahrzehnten führen oder von seinem Vater oder Großvater übernommen hat?

 Sich als erste Waffe einen Drilling anzuschaffen ist keine schlechte Wahl, zumindest, wenn man im Revier Schrot und Kugel braucht. Wenn er noch einen kleinkalibrigen Einstecklauf in einem der Schrotläufe hat, ersetzt er praktisch einen ganzen Waffenschrank. Weitere Waffen kann man sich dann später anschaffen - wenn man will, unbedingt brauchen wird man sie meist nicht, außer vielleicht für's Herz. Ausnahme: Eine Flinte, wenn man Gelegenheit hat, auf Niederwild zu jagen und/oder gerne auf Tontauben und Kipphasen schießt. Eine Erwerbsgenehmigung für so ein Ding kann man übrigens auch schon während des Jägerkurses bekommen.

  Ein anständiger, neuer Drilling mit einem guten, mündungslangen Einstecklauf kostet samt ordentlichem Zielfernrohr neu so etwa 6000 bis 7000 Euro. Gebraucht bekommt man ihn für die Hälfte oder noch etwas billiger. Wenn er ein veraltetes Glas und keinen Einstecklauf hat, kostet er zwar wesentlich weniger, wird aber im Endeffekt meist teurer, weil man dann doch ein modernes Glas montieren lässt.

 

Ein Bowie Knife von Herbertz mit einer selbstgebauten Lederscheide: Ein großes Messer ist zwar ab und zu etwas unbequem zu tragen, aber es leistet oft gute Dienste.

 Falls die Daumenbreite nach dem Jägerkurs aber doch erstmal zu stark abgenutzt ist, kann man den Kauf eines Drilling auch ein wenig aufschieben. In den meisten Fällen - auf Schwarzwild wird man nämlich fast immer Gelegenheit haben - ist eine Büchse das wichtigste. Die bekommt man relativ günstig und zwar sollte man eine mit 98er-System nehmen (siehe Seite "Jagdwaffen"), das ist und bleibt das Nonplusultra. Darauf gehört ein anständiges Zielfernrohr, für die Saujagd muss es eine große, lichtstarke "Sternwarte" sein, unter 56 (als junger Mensch) oder wenigsten 50  Millimeter (als älteres Semester) Objektivdurchmesser sollte man es nicht tun.

 Variable Gläser - z.B. 2,5-10x56 oder 3-12x56 - haben eine etwas schlechtere Lichtausbeute als solche mit fester Vergrößerung (8x56 ist hier das gängige Maß), geben einem aber auch bei Drückjagden eine Chance. Dort braucht man ein größeres Gesichtsfeld und das bekommt man, wenn man die Vergrößerung herunterdreht. Auf Sauen jagt man bei Nacht und durch ein zu schwaches Glas, sieht man da zwar schwarz, aber kein Wild in dieser Farbe. Kauft man sich so eine Waffe neu, ist das Glas teurer als die Waffe und man gibt zwischen 1500 und 2000 Euro für das ganze Ding aus. Gebraucht kann man einen Repetierer im 98er-System mit einem guten Glas aber schon mal für weniger als 1000 Euro ergattern. Diese Waffen sind vor allem im Kaliber 8x57 JS zu haben und das ist gut so. Hier gibt es viel Auswahl bei den Patronen und es sind auch preisgünstige Produkte dabei. Mit etwas Glück findet man eine aufwendigere Patrone für die Jagd und eine preiswerte für den Schießstand, die aus der jeweiligen Waffe verschossen in etwa die gleiche Trefferpunktlage haben.

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  Bei der Schrotflinte kann man von dem Grundsatz "ganz billig oder ganz teuer" abweichen, aber da muss ich  dann auch die Marke nennen: Miroku-Flinten sind preiswert aber von exzellenter Qualität. Für ungefähr 600 Euro können sie hier ein gutes gebrauchtes Stück ergattern, neu gibt es sie ab etwa dem doppelten Preis.

 Andere Waffen kauft man sich dann nach und nach, so wie man Bedarf, Lust und Geld hat. Eine Kurzwaffe wird eventuell irgendwann her müssen, für's Revier ist hier ein Revolver unbedingt vorzuziehen, denn der schießt immer. Wer je einer angebleiten Sau gegenüberstand und eine Selbstladepistole mit Ladehemmung in der Hand hatte, wird mir dass bestätigen - wenn er noch etwas bestätigen kann.

 Wer gerne im Feld auf Füchse jagt, wird sich dafür vielleicht eine Büchse im rasanten Kaliber .222 Remington anschaffen, wie sie auch in der Schießausbildung und im jagdlichen Sportschießen gerne verwendet wird, da sie einerseits, wie für diese beiden Dinge gefordert, rehwildtauglich ist, andererseit aber die Munition preisgünstig zu haben. Weil dieses Kaliber aber eben recht rasant ist, beschränkt sich die Rehwildtauglichkeit auf den jagdrechtlichen Aspekt (mindesten 1000J Geschossenergie auf 100m). In der Praxis entstehen mit .222 Remington üble Blutergüsse, die beim Fuchs egal sind, nicht aber beim Reh, da sie viel Wildbret entwerten.

 

Beim Ansitz in der Kälte tut ein warmer Schluck gut. In den Jägerrucksack gehört daher auch eine Thermosflsche und zwar am besten eine aus Edelstahl.

Sonstige Ausrüstung

 Die restliche Jagdausrüstung kann man sich nach und nach zusammenstoppeln. Das schont nicht nur den Geldbeutel sondern vermeidet auch Fehlkäufe. Wenn man sich ein Stück immer erst dann anschafft, wenn man es tatsächlich benötigt, weiß man eher auf was man achten muss, als wenn man auf blauen Dunst hin alles auf einmal kauft. Man muss sich auch nicht auf einmal komplett für die Jagd einkleiden und schon gar nicht sämtliche Kleidungstücke im Jagdbedarfsladen kaufen. Die alte NATO-grüne Ausführung der Bundeswehr-Moleskinhosen sind preiswert, strapzierfähig und nicht umsonst bei Jägern beliebt. Die Bundeswehrtroyer Marke Elbe sind warm, auch in der Ausführung aus echter Wolle nicht zu teuer und es gibt sie außer in Marineblau auch in grün, letztere Farbe derzeit aber anscheinend nur bei der Mischgwebe-Ausführung. Vielleicht lassen sich aber doch noch irgendwo Restbestände der grünen Variante in reiner Schurwolle auftreiben, es wäre schade, wenn es diesen schönen Pullover wirklich nicht mehr gäbe.

 Wer auf die Jagd gehen will, ist wohl gerne draußen und kauft deswegen sowieso strapazierfähige Kleidung. Wenn man sich hier etwas neues anschafft, kauft man es eben ab jetzt in Grün: Wachsjacke, Hosen, Pullover, T-Shirts. Die Wanderschuhe, die man vielleicht bereits hat, eignen sich auch für die Jagd. Selbst bei ALDI und LIDL findet man für die Jagd geeignete Kleidungsstücke und auch die Märkte der landwirtschaftlichen Lagerhäuser führen brauchbares, z.B. preisgünstige Parkas und feste Schuhe. Für den Ansitz sollte man noch etwas warmes haben das nicht knistert wenn man sich bewegt. Für den Anfang tut es hier eine Parka, auf die Dauer wird man sich aber einen Faserpelz zulegen. An diesem sollte man nicht sparen. Sehr nützlich ist auch eine Weste mit möglichst vielen Taschen, wie sie von Anglern getragen wird. Auch die gibt es immer mal wieder irgendwo im Sonderangebot.

Außerdem braucht man noch ein Messer, welches wiederum eine Ausnahme von der Regel "ganz billig oder ganz teuer" darstellt: Ganz billige Messer taugen nichts und ganz teure sind unnötig oder doch zumindest eher etwas für die Vitrine als fürs Revier. Auch hier nenne ich mal wieder ein Marke: Herbertz-Messer haben ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis. Für 50 Euro kann man hier bereits wunderbare Klappesser mit feststellbarer Klinge erhalten. Solch ein Messer kann man auch im Alltag ständig in der Tasche und bei Bedarf zur Hand haben, in dieser Beziehung ist es den feststehenden Messern eindeutig überlegen. Für die Jagd allgemein tut es so ein Messer. Wer als Saujäger ein großes Jagdmesser zum Abfangen benötigt oder aus sonstigen Gründen eine Seitenwaffe führen möchte, sollte sich die Bowie-Messer von Herbertz ansehen.

 Außer seinen Waffen benötigt ein Jäger auch ein Fernglas. Hier gilt der Grundsatz "ganz billig oder richtig teuer" unbedingt. Ich besitze ein russisches Fernglas, welches ich einmal geschenkt bekommen habe und welches wohl nicht viel mehr als 50 Euro gekostet haben dürfte. Nach Dafürhalten eines Jagdfreundes,welcher auf eine der beiden Nobelmarken für Optik schwört, ist es "gar nicht einmal so schlecht". Auf jeden Fall wachsen mir keine grauen Haare darüber, dass es ständig in meinem, oft (natürlich nur, wenn sich keine Waffe darin befindet) nicht abgeschlossenen Jagdwagen liegt.

Einen guten Jagdrucksack wird man sich über kurz oder lang auch zulegen, möglichst einen geräuschlosen ohne Metallteile die klimpern können. Den wird man wohl nur im Jagdausrüstergeschäft bekommen, aber der Inhalt - Thermosflasche und Flachmann zum Beispiel - kann auch aus anderen Läden stammen. Die Thermosflasche sollte aus Edelstahl sein, sie lohnt den höheren Anschaffungspreis durch eine wesentlich längere Lebensdauer. Bei den herkömmlichen Thermosflaschen zählte diese bei mir traditionell oft nur nach Wochen, wohingegen ich meine erste Edelstahl-Thermosflasche Jahre hatte und sie mich beim Jagen, Fischen und im Beruf treu begleitete.

Eine leicht transportable Sitzgelegenheit, ein Dreibeinklappstuhl bzw. ein Sitzstock, ist auch eine hilfreiche Sache, die man aber nicht unbedingt sofort braucht. Er wird ab dem Herbst interessant, wenn man auf Treib- und Drückjagden nach dem Anstellen öfter mal länger warten muss, bis es tatsächlich losgeht. Man sollte bei einem solchen Utensil auf Qualität achten und ins Jagdausrüster-Fachgeschäft gehen. Man kann sich Ausrüstungsgegenstände auch schenken lassen, aber dann sollte derjenige, der einen beschenken will - sofern er nicht selbst Jäger ist - in ein gutes Fachgeschäft gehen in dem man selbst bekannt ist und dort sagen, für wen das Geschenk gedacht ist.

 

Preisgünstiges Arbeitspferd fürs Revier: Der Lada Niva ist bei Jägern beliebt

Jagdwagen oder Familienkutsche?

 Einen Jagdwagen braucht man nicht unbedingt, viele Jäger fahren mit dem PKW in´s Revier. Viele Förster übrigens auch, doch diese haben Zugriff auf einen gut ausgestatteten Maschinenpark samt Maschinisten falls sie einmal etwas irgendwo herauszuziehen haben. Für den Jäger kann der Allrader hilfreich sein, vor allem wenn man ein eigenes Revier hat oder als "Reviergustav" der eigentliche Betreuer ist. Man sollte sich so ein Ding vor allem dann anschaffen, wenn man auch sonst Spaß daran hat. Falls man den Geländewagen nicht auch noch braucht um schwere Anhänger zu ziehen und/oder die ganze Familie samt Hund und Urlaubsgepäck darin unterbringen muss, sollte man einen mit kurzem Radstand wählen. In diesem Falle gilt der Grundsatz "ganz billig oder ganz teuer" besonders: Der Lada Niva ist der billigste Geländewagen und besser im Gelände als er ist erst wieder der Mercedes, aber der kostet auch uralt noch einen Haufen Geld. Der Niva kommt praktisch überall durch; dafür ist er aber für längere Strecken unzumutbar, da sein Innengeräuschpegel an den eines Unimogs erinnert. Er ist in der Versicherung spottbillig, aber ein unverschämter Säufer. Und nicht zuletzt: Er ist einfach geil, auch wenn es öfter etwas daran zu schrauben gibt. Dafür sind die Ersatzteile billig und die Technik von vorgestern, so dass man ohne Probleme selbst Hand anlegen kann. Er bietet genug Platz für zwei Mann, zwei Gewehre und zwei Hunde, auch dann noch, wenn man die wichtigsten Revierwerkzeuge wie Kettensäge, Zimmermannskiste etc. an Bord hat. Die kleinen Suzukis - Samurai & Co. - sind auch nicht schlecht, aber teuerer als der Niva und bieten erheblich weniger Platz.

  Der Niva ist ideal, wenn man einen kurzen Weg ins Revier hat und man seinen Jagdwagen auch sonst nicht für lange Strecken braucht. Ansonsten muss man einen Kompromiss eingehen, wenn einem ein Mercedes zu teuer ist. Ich selbst hatte auch schon  einen Niva, fahre aber jetzt einen alten Isuzu Trooper mit langem Radstand, da ich mit dem auch mein Boot ziehen kann und er Platz für Kinder, Hund und Gepäck bietet, wenn es zum Segelurlaub mal weiter weg gehen soll. Damit bin ich eigentlich sehr zufrieden, auch wenn er mit der Leistung im Gelände nicht an den Niva heranreicht.

Fazit: So wie ich es beschrieben habe, ist die Jagd tatsächlich kein extravagantes Hobby und durchaus auch für den Normalbürger erschwinglich. Wenn man dann und wann ein wenig Geld übrig hat, kann man sich ja auch einmal einen teureren Abschuss, eine Jagdreise oder ein hochwertiges Ausrüstungsstück gönnen.

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Kommentare

Jagd Fan 09/11/2011 12:36


Wow - sehr gut dargestellt. Viele Leute haben scheinbar immer noch den altertümlichen Adelsmann vor Augen wenn sie an die Jagd denken. Von daher dient jede Aufklärung der Jägergemeinschaft und kann
sie ins rechte Licht rücken. Mehr davon!

Gruss


Rosco 12/08/2010 14:05


Sehr informativ, vielen Dank dafür.
Eine Anmerkung kann ich mir allerdings nicht verkneifen: Herbertz ist ein Messerhersteller sondern Importeur und kauft Messer von den unterschiedlichsten Herstellern aus China, Taiwan, Indien,
Pakistan und wo sonst billig was zu bekommen ist. Die Qualität reicht dabei von annehmbar bis miserabel. Für Messer im jagdlichen Einsatz würde ich aber Herbertz nicht in Betracht ziehen, sondern
auf Linder, Böker, Helle o.ä. zurückgreifen. Wenn's gut, billig und feststehend sein soll, ist Mora die erste Wahl.


Laufende Kosten zu hoch?

Zu hohe Stromrechnung? Gas zu teuer? Internetkosten inakzeptabel?

 

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