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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

20. Januar 2009 2 20 /01 /Januar /2009 12:40

Fabian und Sebastian am 20. und Vinzenz am 22. Januar sind bekannte Wetterlostage, aber auch die Tage zweier Heiliger, die als Schutzpatrone der Holzfäller gelten. Daher werden sie in waldreichen Gegenden auch heute noch oft gefeiert. Sebastaians- und Vinzenz-Vereine spielen bei dieser Tradition ein wichtige Rolle. 

Der Winter ist noch lange nicht vorbei, den Bauerregeln zufolge fängt er jetzt erst so richtig an. Im verborgenen bereitet sich aber die Natur bereits wieder auf den Sommer vor

"An Fabian-Sebastian...

... fängt Baum und Tag zu wachsen an!" lautet eine der alten Bauernregeln, die sich auf den Anfang des letzten Januar-Drittels beziehen.Sie weist auf zwei Dinge hin, die jetzt in der Natur passieren: Zum einen merkt man ab jetzt recht deutlich, dass die Tage wieder länger werden. Die finstere Zeit, die etwa zwei Monate um die Wintersonnenwende, in der sich die Tagelslänge nur wenig ändert, ist jetzt vorbei. Bis zur Tag- und Nachtgleiche wächst die Tageslänge jetzt immer schneller. Warum das so ist, steht übrigens im Artikel "Die Finstere Zeit".

 Zum anderen bereiten sich die Gehölze jetzt so langsam auf die Vegetationsperiode vor. Sie erwachen langsam aus der Winterruhe, der Saft beginnt zu steigen. Früher schlug man Holz nur, wenn es nicht im Saft stand und hörte daher um diese Zeit mit der winterlichen Holzarbeit auf. Auch für St.. Vinzenz gibt es einen Spruch, der sich auf Gehölze bezieht und zwar erwähnt er speziell die Weinrebe: "An dem Tag Vinzenzius, jede Rebe treiben muss!".

 

... da fängt der rechte Winter an!"

 Obwohl Fabian-Sebastian bzw. Vinzenz in dieser Hinsicht gewissermaßen Vorboten des Frühlings sind, ist der Winter noch lange nicht vorbei. Nach den Bauernregeln fängt er jetzt nämlich erst richtig an, was auch sehr oft der Fall ist, wie in letzter Zeit die WInter 04/05 und 05/06 gezeigt haben. Die beiden Regeln "Sonnenschein zu Sebastian lässt den Tieren das Futter ausgah'n"" und "Auf St. Vinzenz Sonnenschein bringt uns reichlich Korn und Wein!" scheinen sich auf den ersten Blick zu widersprechen. Beim genauen Hinsehen zeigt sich aber, dass sie das nicht tun: Korn und Wein benötigen viel Sonne, das Futter, Gras und Klee nämlich, eher Regen

 Ein weitere Regel lautet:  "Hat der Vinzenz Wasserflut, ist es für den Wein nicht gut." Sie besagt das gleiche wie die vom Sonnenschein, ist aber noch in anderer Hinsicht interessant, weil sie von mildem Wetter im Winter spricht. Und zwar nicht als einzige: "Geht Barbara im Klee, kommt's Christkind im Schnee!" oder "Grünen am Christtag Feld und WIesen, wird sie zu Ostern Eis verschließen!" und noch eine ganze Reihe anderer Regeln tun dies auch. Das ist ein Indiz dafür, dass "unnormales" Wetter auch in früheren Zeiten etwas durchaus bekanntes war.

 

Waldarbeit war schon immer ein harter und gefährlicher Job. St. Sebastians- und St. Vinzenzbruderschaften boten den Waldarbeiter früher wenigstens ein Minimum an sozialer Absicherung. (Gemälde von Jean-François Millet)

Sebastians- und Vinzenz-Vereine

Auf dem Härtsfeld in Ostwürttemberg war es früher vielerorts der Heilige Vinzenz, unter dessen Schutz sich die Waldarbeiter stellten. Er wird vor allem im Alpenraum verehrt; nach Ostwürttemberg ist er nach dem Dreißigjährigen Krieg gekommen: Siedler brachten ihn mit, die von dort kamen. Die örtlichen Herren hatten sie gerufen um den durch die Kriegshandlungen teilweise entvölkerten Landstrich wieder neu zu beleben.

Im Aalener Teilort Ebnat beispielsweise lässt sich die St. Vinzenz-Tradition bis zum Jahr 1760 zurück verfolgen; möglicherweise besteht sie aber schon länger. Die Vinzenz- und Sebastiansbruderschaften stellten eine frühe Form der Sozialversicherung dar: Sie unterstützen durch Arbeitsunfälle invalide gewordene oder getötete Holzfäller bzw. ihre Familien. Das war bis weit ins zwanzigste Jahrhundert eine wichtige Funktion dieser Vereinigungen, da die Holzhauer früher als selbständige Unternehmer arbeiteten und auch noch lange nach Einführung der Sozialversicherung ihr hohes Unfallrisiko selbst trugen.

Heute dienen die Vinzenz- und Sebastians-Vereine vor allem der Geselligkeit. Mitglied kann jeder werden, der sich dem Wald verbunden fühlt. Die jährlichen Zusammenkünfte beginnen mit einem Gottesdienst, danach geht es ins Wirtshaus, wo jedes Mitglied namentlich aufgerufen wird und seinen Jahresbeitrag, in Ebnat z.B. sind das 20 Cent, zu entrichten hat. Nach dem kulturellen Teil, oft ist das ein Vortrag oder ein Film über ein waldbauliches Thema, klingt der Abend dann mit einem gemütlichem Beisammensein aus.

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