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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

11. Januar 2009 7 11 /01 /Januar /2009 10:03

 Leimen ist im Gegensatz zum Kleben die „klassische“ Methode Holzverbindungen durch aushärtende Zusatzstoffe herzustellen. Da es das Leimen schon in vorindustrieller Zeit gab, gibt es auch Leim ohne Chemie, den althergebrachten Heißleim, von dem weiter unten noch die Rede sein wird.

 

Wenn man etwas feinere Dinge wie z.B. Möbel aus Holz bauen will, wird man um das Verleimen nicht mehr herumkommen

 

Arbeitstechnik

  Beim Verleimen von Holz wird der Leim auf die möglichst passgenauen Verbindungsflächen beidseitig dünn aufgebracht. Die Teile werden zusammengefügt und mit Zwingen und hohem Druck zusammengehalten bis der Leim ausgehärtet ist. Für Probleme sorgen kann dabei der erforderliche, hohe Druck. Je nach Art des Werkstückes kann es sein, dass dieses z.B. nicht oder nur sehr schwer ohne Beschädigung zusammen gespannt werden kann, dass keine rechten Ansatzpunkte für die Schraubzwingen vorhanden sind (schräge Flächen, Leisten etc. auf der Leimfläche gegenüberliegenden Seite) oder daß ganz einfach nicht genügend Schraubzwingen zur Hand sind. Daher sollte man sich bei der Planung einer Arbeit auch darüber Gedanken machen, in welcher Reihenfolge etwa Einzelteile und „Baugruppen“ zu verleimen oder sonstwie zu verbinden sind.

 

Dispersions- oder Weißleim

Der bekannteste Vertreter dieser - auch als Kaltleime (im Gegensatz zum weiter unten besprochenen Heißleim) bezeichneten - Leime ist sicherlich die Marke „Ponal“ der Firma Henkel. Der „leimende“ Stoff in dieser Art Leim ist Polivinylacetat aus der Gruppe der Polivinylester. Diese ist in Wasser fein verteilt, da her auch der Name „Dispersionsleim“.

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Polivinylacetat soll ungiftig sein, was aber nichts über die Vorgänge bei seiner Herstellung besagt (Großchemie). Außerdem soll es trotz seiner Unschädlichkeit nicht ins Abwasser gelangen, da es schwer abbaubar ist.


Von den Weißleimen gibt es verschiedene Ausführungen:

* Universalleim für ganz normale Leimverbindungen, wie z.B. an Möbeln

* Wasserfesten Leim (Außenbereich, Holz in Feuchträumen )

* Schnellbindender Leim


 Der Einsatz des ganz normalen Weißleimes ist mit Naturprodukten sehr leicht zu umgehen. Schwieriger wird es, wenn die Forderung nach Wasserbeständigkeit besteht. Wenn auch der normale Dispersionsleim ungiftig sein mag, fragt sich immer noch, mit welchen Stoffen die Wasserbeständigkeit erreicht wird.

Auf schnellbindenden Leim wird man in der Regel verzichten können, da für den Heimwerker meist unerheblich ist, ob er die Zwingen erst am nächsten oder noch am gleichen Tag von einem verleimten Werkstück nehmen kann.

 

Reaktionsleime

Reaktionsleime werden meist aus zwei Komponenten zusammengemischt. Wie bei den 2-Komponenten-Klebern reagieren diese Stoffe miteinander und ergeben dann eine sogar wasserfeste Verbindung. Diese Leime werden im allgemeinen nur in Industrie und Handwerk, allenfalls wohl noch von „Profi-Heimwerkern“ wie Bootselbstbauern und ähnlichen Spezialisten angewendet. Spanplatten und Sperrholz werden zum Beispiel mit solchen Leimen hergestellt.

Den offenbar bestechenden technischen Eigenschaften steht jedoch eine erhebliche Umweltproblematik gegenüber. Reaktionsleime sind teilweise hochgiftig, beim Abbinden erfolgt häufig eine große Formaldehydemission und  auch später können solche Verleimungen dieses Gift noch ausgasen, wie man vor einigen Jahren bei dem Skandal um Spanplatten erfahren konnte.

 

Bio-Leime

Wer die Anwendung von harter Chemie bei seinen Holzarbeiten vermeiden möchte, hat gerade im Bereich des Leimens gute Möglichkeiten dies zu tun. Mit etwas Mehrarbeit kann er sogar Verbindungen schaffen, welche denen, die mit chemischem Leim hergestellt werden, in Festigkeit und Dauerhaftigkeit nicht oder nur wenig nachstehen.

 

Der „klassische“ Heißleim: Haut- und Knochenleim

Dieser Leim wahr bis vor einigen Jahrzehnten „der“ Leim schlechthin. Er gelangt in trockenem Zustand in den Handel und wird mit heißem Wasser angemacht. Der Leimtopf auf dem Ofen gehörte früher unabdingbar zum Bild einer Schreinerwerkstätte.

Der Leim wird heiß verarbeitet, dabei müssen gegebenenfalls die Werkstücke ebenfalls vorgewärmt werden. Dies ist recht aufwändig, lohnt sich aber, da man feste und dauerhafte Verbindungen erhält.

Wie die Bezeichnung „Haut- und Knochenleim“ bereits sagt, wird dieser Leim aus Häuten und Knochen gewonnen und zwar durch Auskochen. Daher auch die Begriffe „Leimsieden“ und „Leimsieder“. Die tierische Herkunft macht den ansonsten aus gesundheitlicher und umweltschützerischer Sicht idealen Leim allerdings problematisch für konsequente Vegetarier, zumindest für diejenigen, die sich aus Tierliebe für eine vegetarische Lebensweise entschieden haben.

 

Kasein-Kaltleime

Wer Vegetarier ist und aus diesen Gründen das Tierprodukt Heißleim ablehnt, Milchprodukte jedoch toleriert, kann mit Kasein-Kaltleim zum Ziel gelangen. Ein weiterer Vorteil dieser Art Leim ist, daß er etwas weniger aufwändig als Heißleim zu verarbeiten ist.

Trotzdem erzielt man damit gute Verleimungen, da dieser Leim nach DIN 68 602 die Anforderung der Belastungsgruppe B2 erfüllt und somit auch gerne für stark belastete Verbindungen verwendet werden kann. Dazu ist dieser Leim ökologisch unbedenklich

Kasein-Kaltleim erhält man als Trockenstoff, der in Wasser angerührt wird. Allerdings - dies ist der Nachteil gegenüber dem chemischen Kaltleim - ist dieser Leim nicht haltbar. Ein weiterer kleiner Nachteil ist, daß er längere Presszeiten erfordert, dafür aber eine längere Topfzeit hat, also nicht so schnell verarbeitet werden muss.

Durch die geringe Haltbarkeit des angerührten Leimes ergibt sich die Notwendigkeit, das Leimen von Werkstücken etwas zu planen und sich zu orientieren, wieviel Leim man anrühren muss. Denkbar ist auch - wenn die Anzahl der vorhandenen Schraubzwingen es zulässt - einige zu verleimende Werkstücke zusammenkommen zu lassen, bis sich das Anmachen einer Mischung Leim und das Starten einer Leimaktion lohnt. Die erwähnte längere Topfzeit von Kasein-Kaltleim kommt dieser Vorgehensweise entgegen.

Für ganz konsequente Vegetarier - für Veganer also - ist der Kasein-Kaltleim jedoch problematisch, da er wie bereits angedeutet, im Grunde ein Milchprodukt ist.

 

Naturharzdispersionsleime

Für den konsequenten Veganer, der aber auch kein chemisches Produkt einsetzen möchte bleiben - unter Vorbehalten - diese Leime als letzte Alternative. Sie sind von verschiedenen Naturfarbenherstellern zu erhalten.

Dispersionsleime müssen nämlich nicht notwendigerweise Kunststoff enthalten. Es können auch Naturharze zum Einsatz gelangen. Allerdings ist es bisher noch nicht gelungen, diesen Produkten die Festigkeit zu geben, die für anständige Leimverbindungen, wie man sie etwa bei Stühlen oder Tischzargen benötigt, erforderlich ist. Für wenig beanspruchte Leimverbindungen jedoch mag diese Art Leim wohl angehen.

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Kommentare

Ali Bert 08/20/2015 01:39

Schön, dass du bei dem Aufzeigen von alternativen/ökologischen Leimen wertfrei auch die vegane Variante erwähnst. Danach habe ich gesucht, jemand der sich keinen Zacken aus der Krone bricht, wenn er auch eine andere Ideologie berücksichtigt/ erwähnt.Auf das Wesentliche bedacht. Bin nämlich auf der Suche nach einem ökologischen veganen Leim (auch wenn ich kein Veganer bin) und dein Artikel ist für mich ein echt guter Hinweis und eine Basis auf der ich mich jetzt weiter informieren kann. Danke

Ferris76 03/02/2011 10:31


Auf der Suche nach Bauanleitungen im Netz bin ich hierüber gestolpert, sehr interessant. Genau so wie diese Seite hier
http://www.baumarkt.de/nxs/61///baumarkt/bauanleitung/Bauanleitungen-und-Bauplaene-fuer-Heimwerker


Erika 09/21/2010 14:39


Der Artikel strahlt durchaus eine Kompetenz aus, bzw der Autor ;-)


Laufende Kosten zu hoch?

Zu hohe Stromrechnung? Gas zu teuer? Internetkosten inakzeptabel?

 

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