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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

27. Dezember 2008 6 27 /12 /Dezember /2008 14:44

Das Nageln ist an sich eine uralte Technik der Holzverbindung. Da Nägel früher jedoch teuer waren, weil man sie einzeln schmieden musste, wurden Nagelungen oft vermieden und durch andere Holzverbindungen wie Keile oder Dübel ersetzt. Seitdem Nägel jedoch billig geworden sind, weil man sie maschinell herstellt, ist ihre Anwendung zu einer der häufigsten Holzverbindungstechniken geworden.

 

Wie Nägel aussehen, weiß jeder. Um sie richtig ins Holz zu bekommen, so dass sie auch halten, muss man ein paar einfache Regeln beachten

(Dieses Bild basiert auf dem Bild Nails.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist W. J. Pilsak)

 

Nagel. Hammer, Säge...

 Richtig zu nageln ist eines der ersten Dinge, die man lernen sollte, wenn man anfängt, sich mit Holz zu befassen. Das Nageln ist die typische Verbindgsart , nicht nur für Hochsitze und andere Jagdeinrichtungen, sondern auch für eher grobe Holzkonstruktionen in Haus und Garten: robuste Regale für Keller und Garage, Schuppen und Dachkonstruktionen, Gestelle, Gerüste, Betonschalungen und dergleichen mehr. In diesem Bereich kommt man mit Hammer, Säge, Beißzange und gegebenenfalls einem Nageleisen bereits recht weit;  ein ideales Betätigungsfeld also, wenn man mit der Holzbearbeitung anfangen will. Die genannten Werkzeuge sind nicht fuchtbar teuer, wenn nicht gar sowieso bereits im Haushalt vorhanden.

 

Was sich der Laie unter einem Hammer schlechthin vorstellt, ist ein Schlosserhammer (Bild: Klebeband, Public Domain)

 

 Zum Nageln gehört natürlich ein Hammer. Im Haushalt vorhandene Hämmer sind meistens Schlosserhämmer. Ein Schlosserhammer ist das, was man sich gemeinhin unter einem Hammer vorstellt: Einer, dessen Hammerkopf mit Bahn und Finne an ein schmales Haus mit steilem Dach erinnert und dem man daher die Abstammung vom Faustkeil des Steinzeitmenschen noch deutlich ansieht. Als Bahn bezeichnet man übrigens die  flache Stirnseite des Hammerkopfes, als Finne die andere, zu der hin sich der Hammer zweiseitig verjüngt.

Man kann mit einem solchen Hammer natürlich auch nageln. Schlosserhämmer werden nach dem Gewicht des Kopfes eingeteilt; einer mit 500 g ist ein guter Universalhammer, mit dem sich außer dem Einschlagen von Nägeln auch noch allerhand andere Arbeiten im Haushalt erledigen lassen. Daher wird ein solches Werkzeug sicher in vielen Haushalten herumliegen und für die ersten Nagelversuche genutzt werden. Wenn man zusätzlich noch eine Beißzange zum Herausziehen krumm geschlagener Nägel und eine Säge zum Ablängen der Hölzer besitzt, kann man schon allerhand anfangen. Als Säge eignet sich notfalls ein Fuchschwanz, der auch oft im Haushalt vorhanden ist; für stärkere Hölzer nimmt man eine Spannsäge oder eine Schwedensäge.

Zimmermannshämmer, einer mit hölzernem, einer mit metallenem Stiel, außerdem ein Zimmermannsbeil

 

 Es gibt aber Hammertypen, die speziell für das Nageln ausgelegt sind. Ein typisches Beispiel hierfür ist der Latt- oder Scherhammer, der den meisten unter dem Begriff  "Zimmermannshammer" bekannt ist. Er besitzt statt der Finne des Schlosserhammers einen Schwalbenschwanz zum Nägel heraus Ziehen, der einseitig zu einer Spitze verlängert ist, mit der man z.B. aufgenagelte Bretter oder Latten wieder loshebeln kann. Die andere Seite des Schwalbenschwanzes ist als kleine Schneide ausgeführt, hiermit kann man kleinere Hözchen spalten. An dem Ende mit der Bahn sollte der Latthammer eine kleine Vertiefung in Form eines Nagels aufweisen: Hier hinein kann man einen Nagel legen, wenn man ihn so weit über Kopf einschlagen will, dass man zwar noch mit dem Hammer, aber nicht mehr mit der Hand hinauf langen kann. Manchmal besitzt diese Nagelaufnahme sogar einen klinen Magneten, der den Nagel hält.

 Mit dem Latthammer schlagen Zimmerleute Nägel bis zu einer Läne von 80 oder 100 mm ein. Für größere eignet sich die Rückseite des Beils besser; für ganz große, z.B. Sparrennägel, nimmt man die Axt. Es gibt Latthämmer mit hölzernen Stielen und mit solchen aus Stahlrohr. Mit einem Holzstiel nagelt es sich besser, während der Stahlrohrstiel weniger leicht bricht wenn man Nägel herauszieht oder mit dem Zinken des Hammers angenagelte Hölzer löst, wie das etwa beim Ausschalen von Betonteilen vorkommt oder wenn man Hilfskonstruktionn entfernt. Ich persönliche besitze daher ein Exemplar von jeder Sorte.

 

Hammerführung, Nagellängen und Nagelbild

Typisches Beispiel für eine einfache Holzkonstruktion, die mit Säge und Hammer gebaut wird: Ein kleiner Hochsitz aus rohen Fichtenstangen

 

 Nageln ist  eine typische Verbindungstechnik für langfaserige Weichhölzer wie die Fichte, die auch überwiegend als Konstruktionshölzer, also für zimmermannsmäßige Arbeiten, eingesetzt werden. Hartholz nagelt sich schlecht, erstens weil es dem Eindringen des Nagels einen größeren Widerstand entgegensetzt und zweitens deswegen und eventuell auch aufgrund krürzerer Fasern (z.B. bei Buche) viel leichter reißt. Nagelt man Hartholz trotzdem, empfiehlt sich das Vorbohren der Nagellöcher.

Richtig zu nageln ist nicht besonders schwer, wenn man einige einfache Grundregeln beachtet. Zu allererst kommt es auf die richtige Führung des Hammers an. Bei Laien sieht man oft, dass der Hammer kurz hinter dem Kopf gefast und dann der ganze Arm auf und ab bewegt wird.

 Das ist natürlich falsch. Richtig ist es, denn Hammer die Arbeit tun zu lassen, anstatt sie selbst zu tun. Dazu muss man den Hammer "laufen lassen": Man fasst denn Stiel hinten an und lässt den Hammer ein Drehbewegung aus dem Handgelenk machen. Durch den Stiel wird der Radius vergrößert und so aus einer verhältnismäßig kleinen Bewegung des Handgelenks eine lange und schnelle Bahnbewegung des Hammerkopfs. Da sich die kinetische Energie aus der Masse und dem Quadrat der Geschwindigkeit errechnet, erhält der Hammer so eine hohe Auftreffwucht, ohne dass man sich besonders anstrengen muss.

 Ein alter Schreinertrick gegen das Krummschlagen von Nägeln besteht darin, immer auf den Nagelkopf zu sehen, d.h. mit dem Blick nicht dem Hammerkopf zu folgen. Außerdem muss der Hammer immer in Richtung des Nagelschaftes auftreffen und nie schräg. Es gehört allerdings etwas Übung dazu; selbst Profis schlagen ab und zu mal noch einen Nagel krumm (und beschweren sich dann über den Wind bzw. Zugluft, die das Missgeschick verursacht haben soll).

 Grunsätzlich nagelt man, wenn irgend möglich, immer das schwächere Holz auf das stärkere, also die Latte auf den Rahmenschammenschenkel, das Brett auf das Kantholz usw..Die Nagellänge wählt man dabei so, dass zumindest gut die Hälfte, besser zwei Drittel des Nagels in das untere Holz eindringen.

 Verzapfungen, Dübel und dergleichen halten durch Formschluss. Eine Nagelung hält jedoch, auch wenn es für Laien vielleicht anders aussieht,  durch Kraftschluss( wie eine Verschraubung übrigens auch): Die Nägel drücken die Hölzer zusammen und die Reibung zwischen den Berührungsflächen verhindert das Verrutschen. Deswegen muss der Nagel "ziehen", das heißt, dass er so fest sitzen muss, dass er die Hölzer mit einem gewissen Druck zusammenpresst.

 Wie stark ein Nagel eingeschlagen wird, darüber herscht Uneinigkeit: Viel schlagen ihn so stark ein, dass er "gut zieht", worunter sie verstehen, dass die Oberfläche des Kopfes tiefer liegt als die Holzoberfläche. Andere halten dagegen, dass in diesem Falle die Fasern an der Holzoberfläche eingedrückt und beschädigt werden und schlagen ihn lediglich so tief ein, dass der Kopf mit der Holzoberfläche bündig abschließt.

Einige Dinge, die man beim Nagel beachten sollte...

 Halten tut der Nagel selbst im Holz ebenfalls durch Kraftschluss: Weil er beim Einschlagen Holzfasern verdrängt, üben diese eine Druck auf ihn aus, was ihn im Holz festhält. Eben dieses Verdrängen der Holzfasern führt auch zum Reißen des Holzes beim Nageln. Deswegen stauchen manche Leute die Spitzen der Nägel an. Dadurch verdrängt der Nagel die Holzfasern weniger, sondern trennt sie eher durch. Damit vermindert sich aber auch der Druck auf den Nagel, was auf Kosten des festen Sitzes geht.

 Um das Reißen des Holzes zu vermeiden, hät man mit den Nägeln am besten einen gewissen Abstand zu den Kanten des Holzes, vor allem an der Schmalseite. Wenn es irgend geht, sollte man das Holz hier auch etwas überstehen lassen (Siehe Skizze oben). Nagelt man in Hirnholz, sollte man die Nägel abwechselnd nach beiden Seiten leicht schräg einschlagen, was übrigens auch sonst kein Fehler ist: Die Kräfte auf den Nagel wirken oft senkrecht zur Holzoberfläche, können ihn also nicht so leicht herausziehen, wenn er schräg ist. Sind die Nägel in verschiedene Richtungen schräg, kann auch eine schräg angreifende Kraft niemals in Längsrichtung aller Nägel wirken.

 Ein weiterer Punkt, denn es zu beachten gilt, ist das so genannte Nagelbild: Man schlägt nie zwei Nägel gleichzeitig in die gleiche Faser ein, sondern versetzt sie gegeneinander. Bei zwei sich kreuzenden Hölzern sieht das dann so aus, wie oben in der Skizze.

 Nagelt man gleich starke Hölzer zusammen, z.B. wenn man eine Brettertür oder einen Schalungsschild herstellt, kann man die Nägel auch vernieten: Beispielsweise verwendet man für zöllige (25 mm starke) Bretter 55er Nägel, so dass etwa 5 mm des Nagels auf der Unterseite herausschauen. Diesen Überstand schlägt man dann krumm. Tut man das quer zur Holzfaser, hält es besser, tut man es längs, verschwindet das überstehende Stück besser im Holz.

 Man kann auch noch längere Nägel nehmen, deren Spitze man auf der Unterseite um ein Stückchen Metall, z.B. um die Schneide eines Schraubenziehers, herumklopft und dann  wieder zurück in das Holz treibt, wie das in der Skizze oben dargestellt ist. Bei beiden Methoden braucht man jedoch eine harte Unterlage, damit man beim vernieten des Nagels diesen nicht wieder zurüktreibt und lockert.

 Man sieht, es gibt auch bei einer (scheinbar) einfachen Arbeit wie dem Nageln einiges, was man beachten sollte um wirklich gute Ergenisse zu erzielen  Ein Beispiel dafür, dass Theorie kein Blödsinn ist, sondern ein genaues Verständnis der jeweiligen Vorgänge viel zum Gelingen einer Arbeit beitragen kann.

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Kommentare

Bunny 12/30/2008 22:49

auch das Nageln muss geübt sein ;-)

Laufende Kosten zu hoch?

Zu hohe Stromrechnung? Gas zu teuer? Internetkosten inakzeptabel?

 

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