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  • : Blog von Volker Wollny
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  • Publizist und Freier Dozent, von Hause aus Ingenieur sowie gelernter Mechaniker und gelernter Maurer, Querdenker, Naturfreund und -nutzer, technisch interessiert aber auch technikkritisch, glaube nicht alles was mir erzählt wird.
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Andreas Quiring  

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Biohof-Gemeinschaft Baum des Lebens

7. Dezember 2008 7 07 /12 /Dezember /2008 16:40

Da kommt einer in den Wald, bringt ein Gewehr mit, schießt ein Reh und wird eingesperrt. Ein anderer tut das gleiche, aber der bekommt dafür vom Förster einen Fichtenzweig, den sogenannten Erlegerbruch, welchen er sich an den Hut steckt und stolz

 

Nach einer Staatsjagd überreicht der Forstamtsleiter den erfolgreichen Schützen die Erlegerbrüche. Wie aber kommt man dazu, jagen zu dürfen?

davongeht. Wo ist der Unterschied zwischen den beiden Männern? Ganz einfach, wird man sagen, der eine hat einen Jagdschein und war vom Förster zur Jagd eingeladen, der andere hat unerlaubt gejagt, ist also ein Wilderer und somit ein Straftäter. Aber 
wie bekommt man einen Jagdschein und wie eine Erlaubnis irgendwo zu jagen?
Eigentlich sollte man meinen, dass allgemein bekannt sei, wie man zu einem Jagdschein kommt. Wenn man aber die Propaganda der Jagdgegner liest und hört, gewinnt man einen anderen Eindruck. Die behaupten nämlich immer wieder, dass Jäger eine elitäre Menschengruppe seien, die sich selbst anmaßte, im Wald nach Belieben Tiere töten zu dürfen, andere aber am liebsten daraus verjagen würde. Weiterhin behaupten die Jagdgegner, Jäger würden mit Hilfe eines Nazi-Gesetzes, dem Bundesjagdgesetz, die Landeigentümer enteignen und gegen deren Willen auf deren Grund und Boden jagen. Und obendrein dürften sie noch, was sonst außer der Polizei fast keiner darf: Schwer bewaffnet in der Gegend herumlaufen und sogar schießen!
  Andererseits wird aber so gut wie jeder irgendwelche ganz gewöhnliche Leute kennen, die auf die Jagd gehen, Verwandte, Bekannte, Arbeitskollegen - Leute die nicht besonders reich sind, sondern Beamte, Facharbeiter oder kleine Selbständige, ja sogar Schüler, Studenten und Hausfrauen.... Um die Katze gleich aus dem Sack zu lassen: Jagen ist gar nicht so furchtbar teuer wie viele Menschen glauben. So wie andere ehemalige "Nobelhobbies", z.B. Reiten, Tennis oder Segeln ist es heute auch für Durchschnittsverdiener erschwinglich und keineswegs elitär. Die weitaus meisten Jäger sind ganz gewöhnliche Leute wie du und ich. 
  
Wie also wird nun aus einem ganz gewöhnlichen Menschen ein Jäger?
 Um das zu verstehen, muss man ein klein wenig etwas über unser Jagdrecht wissen und wie es entstanden ist. Und man sollte den Unterschied zwischen Jäger und Förster kennen, der offenbar auch vielen Leuten nicht geläufig ist. Wohl fast jeder Jäger ist im Wald wohl schon einmal einem Spaziergänger begegnet, der sich bei ihm über den Verkauf von Holz erkundigt hat, weil er ihn mit einem Förster verwechselte. Was also ist der Unterschied zwischen Jäger und Förster? Ganz einfach: Der Förster ist ein Beamter, der sich um den Wald zu kümmern hat und zwar vor allem um das Holz. Weil aber der Staat als Grundbesitzer im Staatswald auch das Jagdrecht hat, läßt er es von seinen Förstern ausüben. Deswegen wird von Förstern verlangt, dass sie während ihrer Ausbildung einen Jagdschein machen und im Staatswald die Jagd ausüben, was keineswegs mit dem gelegentlichen Erschießen eines Rehs oder Fuchses getan ist, sondern eine Menge Arbeit macht.
  Der Jäger hingegen ist ein Privatmann, der das Recht in einem bestimmten Gebiet zu jagen von den Grundeigentümern gepachtet hat oder selbst so viel Grund besitzt, dass er darauf jagen kann. Man sagt auch, er sei in dem jeweiligen Gebiet der Jagdausübungsberechtigte. Es kann auch sein, dass ein Jäger gar nicht selbst jagdausübungsberechtigt ist, sondern dass ihm lediglich ein Jagdausübungsberechtigter erlaubt hat, in seiner Jagd umsonst oder gegen eine Gebühr zu jagen.

Jägerausbildung und Jägerprüfung
 Um eine Jägerprüfung machen zu dürfen muss man in der Regel einen vorgeschriebenen Ausbildungskurs besuchen. Solche Kurse werden von kommerziellen Jagdschulen angeboten, aber auch von den Kreisjägervereinigungen. Die Kreisjägervereinigungen sind sozusagen die Clubs der Jäger, sie sind zu Landesjagdverbänden zusammengeschlossen und diese wieder zum DJV, dem deutschen Jagdschutzverband. Die organisierten Jäger sind also nicht direkt im DJV organsiert, sondern sozusagen um zwei Ecken herum. Alternativ zu den DJV-Verbänden und -Kreisjägervereinigungen gibt es noch den Ökologischen Jagdverband (ÖJV). Er versteht sich als Alternative zum DJV und sieht die Jagd etwas anders als dieser. Auch der ÖJV führt Jägerkurse durch, deswegen wird er hier erwähnt.

 

 


Das Jagdliche Schießen ist ein wichtiger Bestandteil der Jägerausbildung. Dabei soll jedoch nicht der Jagderfolg gesteigert, sondern sichergestellt werden, dass der neue Waidmann in der Lage ist, seine Beute schnell und möglichst schmerzlos zu töten

 Früher musste man die Jägerprüfung in dem Bundesland ablegen, in dem man wohnte. Das war ärgerlich für Leute, die in einem Land wohnten, das bei der Jägerprüfung strengere Maßstäbe anlegt, als andere. Manche nahmen aus diesem Grund wohl sogar pro forma für eine Zeit Wohnsitz in einem Land mit leichter Jägerprüfung - jedenfalls werben Jagdschulen, welche ihre Schüler zur Prüfung in "leichten" Bundesländern schicken, damit, dass kein Wohnsitzwechsel mehr notwendig ist. Heute kann man nämlich wenn man will die Jägerprüfung auch in einem anderen als dem Bundesland ablegen, in dem wohnt und vor allem private Jagdschulen nutzen diese Möglichkeit. Sie bieten eine regelrechte Jagdscheintouristik z.B. in das Saarland an, der Jägerkurs wird teilweise komplett mit Hotelunterbringung und Rahmenprogramm für die Ehefrau (falls die nicht auch gleich den Jagdschein macht) und Kinder angeboten. Das ganze geht dann, wenn man die Prüfung im ersten Anlauf schafft, in sechs Wochen über die Bühne.
 Private Jagdschulen machen es den Jagdscheinanwärtern also - so man der Werbung glauben darf - leichter, die Prüfung zu bestehen. Dafür sind sie aber auch wesentlich teurer als die nichtkommerziellen Jägerkurse der Verbände. Außerdem ist die Jägerprüfung auch in den Ländern mit scharfen Prüfungsanforderungen duchaus zu bestehen, bei uns in der KJV Aalen fallen sehr wenige Anwärter durch, was aber vielleicht auch an der guten Ausbildung liegt. Im Zweifelsfalle kann man sich ja auch einmal umhören, wie die Durchfallquoten im eigenen Landkreis sind und dann überlegen, ob man lieber zu einer kommerziellen Jagdschule geht oder zu einem Verbandsjägerkurs.
 Einen sehr großen Vorteil jedoch hat der Jägerkurs bei der örtliche KJV: Man kommt dadurch in die örtliche Szene und hat gute Chancen nach dem Bestehen der Prüfung auch eine Jagdgelegenheit zu bekommen. In der KJV Aalen z.B. ist es üblich, dass der Ausbildungsleiter versucht, die Jungjäger alle unterzubringen und man ist stolz darauf, dass ihm das in aller Regel auch gelingt.
  Was aber läuft nun ab beim Jägerkurs und bei der Prüfung? Die Prüfungsanforderungen sind, wie bereits erwähnt, von Bundesland zu Bundesland verschieden. Deswegen beziehen sich die folgenden Angaben auf das Beispiel Baden-Württemberg, eines der Länder mit eher höheren Prüfungsanforderungen.
  In Baden-Württemberg beginnt der Jägerkurs meist im Herbst und die Jägerprüfung findet im Frühjahr und Frühsommer statt. Als erstes wird die jagdliche Schießprüfung abgenommen, später folgt dann die schriftliche Theorieprüfung. Den Abschluss bildet im Mai oder Juni die mündlich-praktische Prüfung, bei der man allerhand Tierpräparate, jagdliche Gerätschaften, Pflanzen und dergleichen gezeigt bekommt, zu denen man dann Fragen der Prüfer beantworten muss. Vor allem aber auch die Waffenhandhabung wird hier geprüft. Macht man bei dieser einen erheblichen, sicherheitsrelevanten Fehler, hat man die Prüfung nicht bestanden, auch wenn man in allen anderen Teilen noch so gut wahr.
 Ansonsten hat man die Prüfung dann bestanden, wenn man beim Schießen die Anforderunge erfüllt und in der schriftlichen und mündlich- praktischen Prüfung in jedem der vier Teilgebiete mindestens eine Vier erreicht hat. Die Teilgebiete der Prüfung sind die folgenden:

* Tierarten, Wildbiologie, Wildhege und Land- und Waldbau
* Waffenrecht, Waffentechnik und Führung von Jagdwaffen (einschließlich Faustfeuerwaffen)
* Führung von Jagdhunden, Jagdbetrieb, Wildschadensverhütung, Behandlung des erlegten Wildes unter      besonderer Berücksichtigung der hygienisch erforderlichen Maßnahmen und Beurteilung der gesundheitlich  unbedenklichen Beschaffenheit des Wildbrets, insbesondere auch hinsichtlich seiner Verwendung als  Lebensmittel
* Jagd-, Tierschutz- sowie Naturschutz- und Landschaftspflegerecht

 Die schriftliche und die mündlich-praktische Prüfung zählen im Verhältnis 5:3 miteinander, was bedeutet, dass einem bei einem entsprechend guten Ergebnis im schriftlichen Teil nichts mehr passieren kann - vorausgesetzt, man baut nicht bei der Waffenhandhandhabung Mist. Allerdings erfährt man nicht, wie man im schriftliche Teil war, so dass man sich in jedem Falle auch gut auf den mündlichen Teil vorbereiten sollte.


Schießen

 Beim jagdlichen Schießen muss man sowohl mit der Flinte, als auch mit der Büchse bestimmte Leistungen erzielen. Mit der Büchse wird je fünf Mal stehend angestrichen aus 100 m auf den stehenden Rehbock und freihändig aus 50 oder 60 m auf den laufenden Keiler geschossen, zwei der Wildscheiben des DJV, die auch für jagdliche Schießsport-Wettkämpfe verwendet werden. Der laufende Keiler bewegt sich tatsächlich, die Scheibe wird von einer Maschine innerhalb von zwei Sekunden über eine sechs Meter breite Schneise gezogen. Beim Keiler zählt alles als Treffer, was im auf der Scheibe ausgewiesenen Trefferfeld liegt, beim Rehbock alles, was mindestens eine Acht ist. Insgesamt muss man bei diesen zehn Schuss fünf Treffer erzielen und zwar auf jede der Scheiben mindestens zwei, also entweder zwei beim Bock und drei beim Keiler oder umgekehrt.
 Mit der Flinte wurden früher acht Traptauben und acht Kipphasen beschossen. Traptauben sind eine Art Aschenbecher, die mit einer Wurfmaschine in die Luft geworfen werden um mit der Flinte darauf zu schießen. Sie steigen vor dem Schützen schräg von ihm fort aus einem Bunker in die Luft, und sind leichter zu treffen als Skeettauben die von der Seite geworfen werden. Für Wettbewerbe im jagdlichen Schießen fliegen die Traptauben in unterschiedlichen, zufälligen Winkeln, bei der Jägerprüfung aber immer gerade aus. Der Kipphase ist eine Hasensilhouette aus Blech, die in 35 m Entfernung vor dem Schützen vorbei fährt. Trifft man sie, fallen eines oder mehrere der drei Teile um. Bei Wettbewerben gibt es für die drei Teile unterschiedliche Punktzahlen, bei der Jägerprüfung ist es egal, welche und wieviele Teile umfallen. Mit den sechzehn Schrotschüssen müssen sechs Treffer erzielt werden, jedoch auch wieder bei jeder Disziplin mindestens zwei, also drei Hasen und drei Tauben, vier Hasen und zwei Tauben oder umgekehrt.

 

 

Ganz so schlimm wie auf diesem Bild wird die "hochnotpeinliche Befragung" bei der mündlich-praktischen Prüfung dann doch nicht: Wenn die Prüfer einen Prüfling lange ausquetschen, dann kaum, um ihn in die Pfanne zu hauen, sondern eher, um aus ihm doch noch etwas herauszuholen, was man so bewerten kann, dass er die Prüfung besteht.

 Mittlerweile wurde aber der Teil mit den Traptauben aus der Prüfung genommen, es genügt nun, wenn der Schießlehrer bestätigt, dass während der Schießprüfung eine bestimmte Anzahl Tauben beschossen wurde.

 

Endspurt zur Prüfung

 In der Regel finden während der Zeit bis zur schriftlichen Prüfung zwei reguläre Kursabende zu ca. zweieinhalb Stunden statt, einige Wochen nach dem Kursbeginn fängt das Schießen an, welches etwa alle zwei Wochen einen Samstag oder Sonntag beansprucht. An Wochenenden ohne Schießen gibt es zusätzliche Kurseinheiten wie Waldbegehungen, Hochsitzbau und Unterweisungen in Waffenhandhabung, die jeweils etwa einen Samstagnachmittag oder Sonntagvormittag ausfüllen, ab und zu kann auch einmal ein zusätzlicher Termin unter der Woche abends anfallen. Dazu kommt dann noch die häusliche Prüfungsvorbereitung allein oder in Arbeitsgruppen, sofern sich solche unter den Kursteilnehmern zusammen finden. Nach Weihnachten werden bei uns in Aalen Prüfungsbögen aus früheren Jahren samt den zugehörigen Musterlösungen ausgegeben, mit denen man dann zu Hause üben kann.
 Die Schießtermine enden logischerweise mit der Schießprüfung, die regulären Kursabende mit der schriftlichen Prüfung. Bis zur mündlich-praktischen Prüfung finden dann noch ein paar Sondertermine statt, vor allem zum gezielten Training für diese letzte Hürde.
  Nach der mündlich-praktischen Prüfung wird jedem Anwärter sein Ergebnis mitgeteilt und wer bestanden hat, bekommt eine Bescheinigung darüber ausgehändigt. Mit dieser, einem polizeilichen Führungszeugnis und einem Nachweis über den Abschluss einer Jagd-Haftpflichtversicherung kann man dann seinen ersten Jagdschein beantragen. Bei der Jungjägerfeier, die kurz darauf stattfindet, hat dann der oder die eine oder andere der frischgebackenen Waidmänner und -frauen bereits das erste Waidmannsheil gehabt, vielleicht sogar noch den Erlegerbruch am Hut und dann natürlich jede Menge zu erzählen - hoffentlich nicht schon das erste Jägerlatein, denn dafür ist es zu diesem Zeitpunkt wohl noch ein bisschen arg früh....

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