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Monday, 1. december 2008 1 01 /12 /Dez. /2008 18:04
Baden-Württemberg behindert Windenergie massiv
Insgesamt ist die Windenergie mittlerweile nicht nur zu einem wichtigen Standbein der deutschen Stromversorgung geworden, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Mit mittlerweile weit über 20 000 Megawatt installierter Leistung erzeugte die deutschen Windkraftanlagen bereits letztes Jahr mehr als 30 Mrd. Kilowattstunden Strom, was bedeutet, dass rechnerisch Hessen und Rheinland-Pfalz komplett mit Windstrom versorgt werden. Wenn kräftiger Wind und geringer Strombedarf zusammen fallen, kann zeitweise sogar der in Deutschland benötigte Strom vollständig aus Windkraft erzeugt werden. 70 000 Arbeitsplätze sind in der deutschen Windenergie-Branche bereits neu entstanden und mit 5 Mrd. € Jahresumsatz leistet sie einen wichtigen Beitrag zum Wirtschaftswachstum, vor allem auch im Export, denn auf dem Windsektor ist Deutschland Weltspitze.
Die Hersteller von Windenergieanlagen sitzen, wie Enercon in Aurich, vornehmlich im Norden, bringen so Arbeitsplätze und Aufschwung in strukturell benachteiligte Regionen. Wichtige Zulieferer und Windpark-Betreibergesellschaften sitzen aber auch im Süden, in Baden-Württemberg etwa, dem Land der Erfinder, Tüftler und Techniker, wo übrigens bereits in den 1950er Jahren der erste moderne Windpark in Deutschland entstand. Doch den Windkraft-Pionieren geht es wie dem Propheten, der ja bekanntlich im Heimatland nichts gilt: Ungeachtet einer Bundespolitik, die sich klar zu erneuerbaren Energien bekennt, trotz vollmundiger Werbung des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums, dass das Land einer der führenden Standorte bei den Erneuerbaren Energien sei, ist Baden-Württemberg zusammen mit Bayern trauriges Schlusslicht bei der Nutzung der Windenergie.  

 

Ausreden

Von offizieller Seite wird das mit dem Mangel an geeigneten, also hinreichend windhöffigen Standorten erklärt. Für den Energieversorger EnBW ist laut seinem Pressesprecher Ulrich Schröder Windenergie kein Thema, auch wenn das Unternehmen einige (Alibi-)Windkraftanlagen betreibt: „Wir setzen auf Wasserkraft, die ist im Land vorhanden.“ Dabei lässt er aber ganz nonchalant unter den Tisch fallen, dass einerseits die großen Wasserkraftquellen in Baden-Württemberg schon lange genutzt werden und es andererseits genügend windreiche Hochlagen gibt. 

 

Gegenbeispiele

An einigen Stellen im Land wird nämlich bewiesen, dass auch in Baden-Würtemberg durchaus rentable Stormerzeugung aus Windkraft möglich ist. Franz Uhl, Inhaber der Firma Uhl Windkraft in Ellwangen/Jagst, hat unter anderem im nordwürttembergischen Ostalbkreis Windparks projektiert und gebaut: „Hier im Ostalbkreis erzeugen wir bereits 30% unseres Stroms aus Windkraft.“ Dabei werden dort aber noch lange nicht alle geeigneten Standorte genutzt. Uhl versichert glaubhaft: „Mit Windkraft, Biogas- und Hackschnitzelkraftwerken zusammen könnten wir ohne weiteres 60-70% des Strombedarfes im Landkreis decken, ja selbst eine 100%ige Deckung aus erneuerbaren Energien wäre keineswegs utopisch.“  

Allerdings weiß der erfahrene Windpark-Bauer und -Betreiber Uhl auch von den Querelen ein Lied zu singen, die es im „Muschterländle“ geben kann, wenn ein Windpark gebaut werden soll. Abgesehen von den bürokratischen Hindernissen sind es nach seiner Erfahrung oft auch Einzelpersonen, die mit allen Mittel quer zu schießen versuchen: „Da ist zum Beispiel einer beim Grundstücksverkauf für einen Windpark leer ausgegangen, kann sich damit nicht abfinden und versucht dann mit allen Mitteln, bis hin zur Petition beim Landtag, die nach allen demokratischen und rechtlichen Regeln eines solchen Bauvorhabens gefundene Entscheidung in letzter Minute zu torpedieren.“ 

Solche Aktionen einzelner gibt es nicht nur in Baden-Württemberg und nicht nur beim Bau von Windparks, aber ein windkraftfeindliches politisches Klima ermutigt natürlich auch selbsternannte Windkraftverhinderer. Wie die nachhaltige Verhinderung von oben her funktioniert, kann Josef Pesch von der baden-württembergischen Sektion des BWE (Bundesverband Windenergie) erklären: „Das funktioniert über die Landesentwicklungsplanung und die Regionalplanung in den Regionalverbänden.“ Die Regionalpläne nämlich machen den Kommunen Vorgaben, wie sie ihre Flächen zu nutzen haben. „Und dass,“ so Pesch, „ist eine Schwarz-Weiß-Planung: Wenn für sie im Regionalplan keine Flächen für Großwindkraftanlagen vorgesehen sind, hat die jeweilige Kommune keine Möglichkeit, solche im üblichen Verfahren über ihre Flächennutzungs- und Bebauungspläne auszuweisen.“

 

Steuerung von oben

Vordergründig kommen die Vorgaben der Regionalverbände natürlich auf demokratischem Wege zustande, denn es sind Vertreter der zugehörigen Landkreise, die hier abstimmen. Allerdings müssen eben auch Vorgaben der Landesentwicklungsplanung entsprechend dem Landesplanungsgesetz umgesetzt werden. Zudem gibt es, wie Pesch erläutert, hier auch noch Strukturen aus der Ära des ehemaligen Ministerpräsidenten Teufel, der ja nicht gerade für seine Aufgeschlossenheit gegenüber Erneuerbaren Energien sondern eher für seine Nähe zu Großunternehmen bekannt war. Zudem wird mit Windkraft eine dezentrale Energieversorgung möglich, was nicht im Sinne der Energieriesen sein kann; Windparks werden in aller Regel über Fonds von Kleinanlegern finanziert und graben so den Energieriesen ein Stück weit das Wasser ab. Klar, dass diese versuchen, die „Bürgerenergie Windkraft“ so gut wie möglich zu verhindern. Und zwar geschieht das über Lobby-Strukturen, über welche die Großunternehmen natürlich besonders in Ländern wie Baden-Württemberg verfügen, wo traditionell ein große Nähe zwischen Großunternehmen, Verwaltung und Regierung besteht.  


Demgemäß ist die derzeitige Fassung des baden-württembergische Landesplanungsgesetz, welches die Verhinderung von Windkraftanlagen von oben her ermöglicht, auch eine recht neue Errungenschaft. Hannelore Reinbold-Mench etwa, Bürgermeisterin der Schwarzwald-Gemeinde Freiamt, hat sich dafür stark gemacht, dass dort zwischen 2001 und 2004 vier Windkraftanlagen mit insgesamt 7,4 MW Leistung gebaut werden konnten: „Wir konnten diese Anlagen seinerzeit noch als Einzelvorhaben genehmigen lassen.“ Die Anlagen haben die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt und man ist in Freiamt froh, sie gebaut zu haben. “Heute, nach der Gesetzesänderung,“ so verrät die Bürgermeisterin, „wäre der Bau dieser Windkraftwerke jedoch nicht mehr so einfach möglich.“ 

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von Fokko - veröffentlicht in: Erneuerbare Energien
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Sunday, 30. november 2008 7 30 /11 /Nov. /2008 19:41

 Heimwerken ist schon lange groß in Mode, wie man allein schon an den vielen Baumärkten sehen kann, die es überall gibt. Allerdings verwenden Heimwerker hauptsächlich Holzwerkstoffe und vielleicht noch mineralische Baustoffe - aber recht wenig Metall. Das mag daran liegen, dass Holz, Steine, Fliesen und dergleichen es erlauben, mit relativ einfachen und preisgünstigen Hilfsmitteln respektable Ergebnisse zu erzielen: ein selbst gefliestes Badezimmer, ein Dachausbau mit Gipskartonplatten und Holzpaneelen oder ein einfaches aber hübsches Möbelstück sind für jedem einigermaßen geschickten Menschen realistische Projekte und zudem noch nützlich im Alltag. 


Was fängt man mit Metall an?
Das Metall hat es da wesentlich schwerer: Ohne teure Werkzeugmaschinen plagt man sich mit Sägen, Feilen und Biegen ab und erzielt damit Ergebnisse, die vielleicht technisch perfekt sind, jedoch aussehen, wie die Dinge, die ein Mechanikerstift aus der Lehrwerkstatt mit nach Hause bringt. Die Metallbearbeitung, bzw. diejenigen Techniken, die man sich darunter zuerst vorstellt, also Feilen, Sägen, Gewindeschneiden usw., ist demnach - auf den ersten Blick - eher etwas für ausgekochte Hardcorebastler, die vor keiner mechanischen Reparatur an Maschinen in Haus und Garten zurückschrecken, möglichst noch schwer erhältliche Ersatzteile selbst anfertigen und dafür eventuell sogar bereit sind, in professionelle Maschinen wie eine Drehbank oder gar eine Fräsmaschine zu investieren. 


Auch mit einfachen Mitteln möglich: Schmieden & Schlossern
Anders verhält es sich da mit dem Schmieden und Schlossern: Ähnlcih wie bei der Holzbearbeitung lassen sich hier mit recht einfachen und verhältnismäßig preiswerten Mitteln Dinge herstellen, mit denen man Haus und Garten verziert und die oft auch einen praktischen Nutzen haben: Rankhilfen für Pflanzen, Feuereisen für den Grill, Geländer, Gitter, Kerzenleuchter, Gartenwerkzeuge und vieles mehr kann man mit Hammer, Amboss, Esse, Flex und Sigma-Schweißgerät selbst machen. Dabei fängt man mit einfachen Dingen wie einem Feuerhaken oder dergleichen an und arbeitet sich dann zu schwierigeren Dingen, wie Messerklingen oder kunstvollen Fenstergittern vor. Das schöne dabei ist, dass man mit einer recht primitiven Grundausstattung beginnen und im Laufe seiner "Karriere" die Ausrüstung der eigenen Schmiede mit größtenteils selbstgebauten Werkzeugen erweitern kann. Die allermeisten Werzeuge des Schmiedes sind nämlich ihrerseits selbst geschmiedet oder geschlossert. 


Was das Schmieden uns persönlich bringt
Metalllehrlinge müssen im Rahmen ihrer Ausbildung auch heute noch fleiss;ig feilen. Dabei üben sie nicht nur den Umgang mit den Messzeugen, sondern lernen auch den Werkstoff kennen, entwickeln ein Gefühl für seine Eigenschaften. Auch das Schmieden bietet diesen direkten Kontakt zum Werkstoff; zudem ist es eine sehr ursprüngliche Form der Metallbearbeitung, welche die faszinierende Urkraft des Feuers nutzt, mit dem wir in unserer modernen Welt kaum noch direkt in Berührung kommen. Das geht uns ganz offensichtlich ein gut Stück weit ab, sonst hätten wir nicht soviel Freude am Grillen und würden nicht so gerne am Lagerfeuer oder am offenen Kamin sitzen. 
 Wie beim Arbeiten mit Holz und mineralischen Baustoffen, kann man beim Schmieden eigene Ideen in den Werkstoff umsetzen, erlebt, wie etwas materielle Gestalt annimmt, das man zuvor in seiner Vorstellung geschaffen hat. Dazu kommt, dass man sich körperlich betätigt, was mancher von uns bitter nötig hat, da er, so wie ich meistens auch, im Beruf nicht körperlich arbeiten muss. Schmieden ist anstrengend, wie jeder, der sonst nur 
hinterm Schreibtisch sitzt, am Anfang merken wird. Es ist keine Schande, wenn man zunächst nicht lange an einem Stück am Amboss durchhält. Man wird jedoch merken, dass man mit jedem Mal ein wenig läger schmieden kann, weil man zum einen technisch besser wird und leichter arbeitet, zum anderen aber die Muskeln auf die neuartige Belastung reagieren und kräftiger werden. 


Wo lernt man Schmieden?
Wer einen Metallberuf erlernt hat und bereits mit dem kalten und warmen Biegen, dem Bleichtreiben und ähnlichen Dingen vertraut ist, kann sich das Schmieden eventuell selbst beibringen. Ganz fein ist der raus, der im Rahmen seiner Ausbildung ein wenig schmieden durfte, was eigentlich zu jedem Metallberuf gehört, heute leider jedoch aus der Mode gekommen ist. 
Es gibt bei YouTube auch ein Menge Videos über das Schmieden, wobei aber ein großer Teil leider auf Englisch ist. Wer diese Sprache einigermaßen versteht, hat also einen gewissen Vorteil, wobei man aber meist auch aus den Bildern allein schon eine Menge lernen kann. Es gibt auch eine Menge Bücher und Websites zu diesem Thema. Ganz sicher lohnt es sich, einen Schmiedekurs zu besuchen. Es gibt sogar Kurse für Leute, die vorher überhaupt noch nichts mit Metall am Hut hatten und das auch noch an den unterschiedlichsten Orten, so dass sich eigentlich immer etwas geeignetes eingermaßen in der Nähe finden lassen müsste. 
Übrigens setze ich persönlich das Schmieden auch gerne in meinen Metallbearbeitungslehrgängen für Arbeitslose ein, zumindest da, wo es von den Gegebenheiten her machbar ist. Zum einen aus den oben bereits erwähnten pädagogischen Gründen, zum anderen aber auch, um meine Lehrgänge ein wenig aufzulockern, denn Schmieden macht eben ganz einfach auch Spaß... 
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von Fokko - veröffentlicht in: Schmieden
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Sunday, 30. november 2008 7 30 /11 /Nov. /2008 12:35

"Selbstversorgung" heißt das Thema meines Blogs. Was aber ist Selbstversorung?

 Auf diese Frage gibt es eine ganze Reihe von Anworten, je nach dem, unter welchem Aspekt man sie stellt: Selbstversorgung ist zunächst einmal eine Gegenströmung zur Globalisierung und der fortschreitenden Abhängigkeit des einzelnen von einem System, das er nicht durchschauen kann, welche eine der unangenehmen Folgen eben  dieser Globalisierung ist: Man will einfach die Dinge wieder selbst in die Hand nehmen, selbst kontrollieren was im eigenen Leben geschieht, also selbst leben anstatt gelebt zu werden.


Geld sparen 

Selbstversorgung bedeutet aber auch sinnvolle Freizeitgestaltung, bei der man Werte schafft und damit nicht nur das  Geld spart, dass man sonst für gekaufte Dinge ausgegeben hätte, sondern unter Umständen auch noch das, was man sonst beim Totschlagen der Zeit ausgegeben hätte, in der man etwas selbst hergestellt hat.

 Zweifellos stimmt der bekannte Spruch, dass ein gesparter Pfennig ein verdienter Pfennig sei, wobei dazu noch kommt, dass es sogar ein steuerfrei verdienter Pfennig ist, was so manchen ob der unverschämten Abzocke durch den Staat zusätzlich mit der grimmigen Zufriedenheit erfüllen wird, nicht nur einer gierigen Konsumgüterindusterie, sondern auch einem nicht minder gierigen Fiskus auf völlig legale Art und Weise ein schlaues Schnippchen geschlagen zu haben.


Sinn finden

 Macht man etwas selbst, hat man aber nicht nur Geld gespart, also einen materiellen Vorteil ergattert, sondern auch einen ideellen: Man hat sich ein sogenanntes Ganzheits-Erlebnis verschafft, welches in einer von Spezialisierung und Arbeitsteilung geprägten Berufswelt kaum mehr zu haben ist. Wenn man einen selbst gemachten Gegenstand benutzt oder auch nur ansieht, wird man immer wieder daran erinnert, dass man etawas kann, dass man in der Lage ist, etwas brauchbares und sinnvolles zu schaffen. Meine selbstgebaute Einbauküche aus mittlerweile in einem wunderbaren Farbton nachgedunkelten Kiefernholz macht mir auch heute noch, nach vielen Jahren, Freude, besonders, wenn die Morgensonne darauf scheint und den warmen, rotbraunen Farbton des Holzes besonders gut zur Geltung bringt.


Den Urmenschen befriedigen

 Manchmal spart man beim Selbermachen noch nicht einmal Geld, sondern tut es einfach um der persönlichen Befriedigung willen: Das ist zum Beispiel beim Jagen und beim Angeln in aller Regel der Fall, denn Fisch und WIldbret zu kaufen ist allemal billiger, als sie selbst zu erbeuten, es sei denn man wildert oder angelt schwarz, was hier natürlich nicht empfohlen werden soll. Trotz der höheren Kosten macht es mir aber immer wieder Freude, selbst erbeutetes zu essen - noch mehr, wenn ich dazu Gäste einladen kann. Andere Menschen mit selbst erlegtem Wild oder selbst gefangenem Fisch zu bewirten erzeugt wohl die Befriedigung eines steinzeitlichen Jägers, der mit seinem Jagderfolg wieder einmal das Überleben der Seinen ermöglicht hat.


Überleben

 (Nicht nur) mit dem Sektor "Jagen und Fischen" überschneidet sich der Themenkreis "Selbstversorgung" stark mit einem anderen, nämlich mit dem des Survivals. Ich persönlich gehe sogar so weit, Survivaltechniken als einen integralen Bestandteil des Selbstversorgungsgedanken zu betracheten. Survival heißt ja nicht zuletzt, sich in Notsituationen selbst mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen, aber auch, sich möglichst aus solchen Situationen ohne Hilfe von außen zu befreien in der Lage zu sein, sich also nicht auf andere verlassen zu müssen, umdann womöglich verlassen zu sein.

 Selbstversorgung im landläufigen Sinne bedeutet nicht nur in einem mehr oder weniger hohen Maße von der Konsumwirtschaft unabhängig, sondern auch für Krisen- und Notstandsfälle gerüstet  zu sein. Nicht wenige Menschen fürchten heute einen Zusammenbruch von Wirtschaft und öffentlicher Ordnung. Wir wollen nicht hoffen, dass ein solcher Fall eintritt; falls aber doch, ist derjenige fein raus, der weiß, wie man sich Nahrungsmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs selbst verschaffen und sich auch seiner Haut wehren kann.


 Sich seiner Haut wehren... Hier kommt der Selbstversorgungsgedanke mit einem Thema in Berührung, welches für viele Menschen ein Igitt-Thema ist: Schuss- und andere Waffen. Wer kein Schlachtvieh sein will, sollte sich jedoch darüber im klaren sein, dass es Situationen gibt, in denen Waffen hilfreich sind. Sie können es aber nur sein, wenn man auch damit umgehen kann. So gesehen ist auch der Waffenbesitz ein Selbstversorger-Thema. Zumal durchaus die Frage legitim ist, wieso ein Staat seinen angeblich mündigen Bürgern den Waffenbesitz verwehrt, wenn nicht in der Absicht, sie noch ein Stück weit hilfloser und ausbeutbarer zu machen.


Körperliche Aspekte

 Selbstversorgung ist in der Regel mit einem gewisen Maß an körperlicher Aktivität verbunden: Gartenarbeit ist gesunde Bewegung an frischer Luft, beim Sammeln von Kräutern, Beeren und Pilzen streift man durch die Natur. Beim Schmieden, Mauern und Zimmern werden Muskeln beansprucht und melden sich, von denen mancher gar nicht mehr wusste, das er sie besitzt. Man macht sich Bewegung, die so mancher bitter nötig hat, weil er nicht körperlich arbeitet und seine täglichen Wege mechanisiert zurücklegt, anstatt zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren.

 Der Verzehr von Lebensmitteln aus dem eigenen, mögichst biologisch bewirtschafteten Garten, von naturbelassenen Produkten aus regionalen Wirtschaftskreisläufen, von Wildfrüchten und -kräutern ist ebenfalls gesund. Wer so weit gehen will, sich seine eigene Kleidung aus tierischen und pflanzlichen Fasern eigener Produktion oder aus verlässlichen Bezugsquellen herzustellen, verneidet auch noch die Gifte, mit denen gekaufte Kleidung, vor allem solche aus Kunstfasern, häufig belastet ist. Wie man sieht hat der Selbstversorgungsgedanke auch sehr viel mit Gesundheit zu tun.

 Geht es einem mal nicht so gut, muss man nicht unbedingt jedesmal die Gesundheits- oder gar die Pharmaindustrie bemühen. Bei alltäglichen Wehwehchen helfen Hausmittel oder natürliche Arzneien, die man meist sogar selbst hestellen kann. Chemische Medikamente schaden oft mehr als sie nutzen, vor allem wenn die behandelte Störung eine Bagatelle ist. Behandelt man gesundheitliche Probleme, die vonder Einnahme von Medikamenten herrühren, wiederum mit Medikamenten, ist wohl die Pharmaindustrie ihrem Ziel einen Schritt näher gekommen, nämlich dem einer möglichst hohen Rendite. Man selbst hat aber lediglich eine weitere Runde auf der Spirale der Abhängigkeit absolviert und sich vom angestrebten Ziel, der Gesundheit nämlich, eher entfernt als sich ihm angenähert.   

 

Meinung und Information

 Der Selbstversorungsgedanke macht auch vor der eigenen Denkweise, der Meinungsbildung und der Weltsicht nicht halt. Wer sich sein Meinung BILDen lässt, hat bereits von vorne herein verloren. Die Medien sind Teil des Systems, Pressefreiheit bedeutet in der Praxis lediglich die Freiheit des großen Anzeigenkunden, zu bestimmen, was in den Blättern steht. Beim Fernsehen ist es nicht anders als bei den Printmedien: Wer zahlt schafft an und zahlen tut derjenige, der Werbeminuten kauft. Warum sollte ein Fernsehsender also etwas tun, was seiner Klientel, der Kosumgüterwirtschaft nämlich, schadet, wenn sie über seine Werbeeinnahmen und damit über sein Wohl und Wehe entscheidet?

 Selbstversorgung bedeutet hier, dass man nicht das angebotene kritiklos aufnimmt, sondern hinterfragt bevor man glaubt. Es ist nicht so, dass die Medien falsche Fakten mitteilen. Es ist eine bewährte Methode der Verdummung, Fakten korrekt zu berichten, aber in manipulativer Weise darzustellen und/oder zu interpretieren. Daher lohnt es sich, aus Medienberichten die Fakten herauszuzienen, auf Plausibilität zu prüfen und neu zusammen zu setzen.

 Auch werden unangenehme Fakten beileibe nicht immer unterschlagen. Der Trick besteht darin, diejenigen Nachrichten herauszustellen, die dem System genehm sind, indem sie als lange Artikel auf der ersten Seite der Zeitung stehen und in den Radionachrichten mehrfach im Stundentakt wiederholt werden. Man solltealso daruaf achten, was in der Zeitung und in den Nachrichten weiter hinten kommt und oft nur eine kurze Meldung wert ist.

 Auch das Internet stellt eine ergiebige Quelle alternativer Informationen dar, da hier praktisch jedermann publizieren kann. Das bewirkt natürlich auh, dass viel hanebüchener Blödsinn zu finden ist. Mit Hilfe seines Verstandes kann man aber auch hier die Spreu vom Weizen trennen.

 

Im größeren Rahmen

 Der Selbstversorgungsgedanke macht nicht nur in der kleinen Welt des eigenen Haushaltes Sinn. Er ist genauso angebracht auf der kommunalen, der regionalen, ja sogar auf der nationalen Ebene. Selbstversorgung - ein anderes Wort dafür ist "Autarkie" - ist das Gegenteil von Globalisierung mit ihren unnötigen Abhängikeiten, Unwägbarkeiten und sonstigen Nachteilen für den kleinen Mann. Warum, zum Henker, soll man ewas von weit her beziehen, was man selbst herstellen oder durch heimische Produkte vollwertig ersetzen kann?

 Das Transprotieren von Gütern über weite Strecken erhöht deren Wert in keinster Weise. Sie nutzt nur den Transportdienstleistern und ist daher Volkswirtschaftlicher Blödsinn, der auch noch vom Verbraucher bezahlt wird. 

 Wendet man den Selbstversorgungsgedanken konsequent an, wird man Produkte aus den heute zunehmend beschworenen regionalen Wirtschaftskreisläufen anwenden.Sehr oft auch zum Vorteil von Ökosystemen, die in unserer Kulturlandschaft im Lauf der Jahrhunderte entstanden sind, wie etwa Streuobstwiesen, Wacholderheiden oder dem heimischen Wald.

 Selbstverständlich gehört die Nutzung von erneuerbaren Energien auch hierher: Sie verwendet, wenn sie richtig verstanden wurde, Ressourcen, die vor Ort anfallen, wie Wind und Sonne, biologischen Abfälle, Holz und Hackschnitzel aus dem heimischen Wald und vieles dergleichen mehr. Wind-, Biogas-, und Hackschnitzelkraftwerke sind typischerweise im Besitz von "kleinen Leuten" wie Bauern oder den Zeichnern von kleinen Fonds. Daher sagt man auch, erneuerbare Energie sei "Bürgerenergie", was bedeutet, dass den großen Energie-Konzernen bei den erneuerbaren Energien der Schnabel sauber beibt. Sie wird kleinräumig erzeugt, wie sie auch kleinräumig verbraucht wird. Riesige Kraftwerke, Höchst- und Hochspannungsnetze und Anlagenbauer aus der Großinustrie benötigt alternative Energie nicht. Die Energieerzeugung erfolgt auf der Ebene des Mittelspannungsnetzes und mit Anlagen, die von mittelständischen Betrieben und dem Handwerk gebaut und gewartet werden können und so Arbeitsplätze in die Fläche bringen.

 Palmöl aus der Dritten Welt, Off-Shore-Windfarmen, Rapsöl-Veresterung und dergleichen sind die verzweifelte Antwort der Großindustrie auf bürgernahe Technologien, die ihnen die Felle davon schwimmen lassen. Sie sind unnötig wie der sprichwörtliche Kropf und sollen nur dazu dienen, die Nutzung erneuerbare Energiequellen in Bahnen zu lenken, an denen auch die etablierten Chemie- und Energieultis wieder verdienen können. Natürlich wieder zu Lasten des Verbrauchers.

 Statt Palmöl kann man Brennstoffe aus heimischen Pflanzen verwenden, Wind ist praktisch überall in wirtschaftlich nutzbarem Umfang vorhanden und Pflanzenöl kann auch ohne vorherige, aufwendige chemische Aufbereitung in Motoren genutzt werden. Die Gewinnung von Energie aus erneuerbaren Quellen ist in so kleinem Maßstab machbar, dass sie oft genug sogar für einzelne Haushalte sinnvoll ist.  

 

Lebensqualität

 Selbstversorgung hat sehr viel mit Lebensqualität zu tun. Sparen z.B. bedeutet ja nicht, sich nichts zu gönnen, sondern  unnötige Ausgaben zu vermeiden um Geld für schöne DInge übrig zu haben. Auch die Befriedigung , die man aus dem Selbermachen oder schlau Einkaufen zieht, tut einem wohl und stärkt das Selbstbewusstsein.. Natürlich mindert  das Bewusstsein, sich in allen möglichen Fällen selbst helfen zu können, auch die Angst vor einem Notfall, so wie das Schwimmen Können, die Angst davor mindert, ins Wasser zu fallen. Schließlich verhilft einem eigenständiges Tun und Schaffen auch zu Übung im Denken, man lernt, Zusammenhänge zu erkennen, Lösungswege zu finden - kurz ein eigenständiger Mensch und nicht nur ein ferngesteuerter Zombie zu sein.

 Gesundheit, Wohlbefinden, Selbstbewusstein, Freude, die Abwesenheit von Angst, Eigenständigkeit, natürlich auch auskömmliche finanzielle Verhältnisse - das sind eben wichtige Aspekte von Lebensqualität und gleichzeitig das Ergebnis, wenn man den Selbstversorgungsgedanken für sich selbst umsetzt. Das ist genau das Gegenteil der Unsicherheit, Ängstlichkeit und Hörigkeit, kurz der Abhängigkeit, in die das System uns bringen will um uns zu pflegeleichten Ausbeutungsobjekten zu machen.    


Ein weites Feld...

 Selbstversorgung ist also ein weites, weites Feld mit zunächst unübersehbar vielen Aspekten. Entsprechend vielseitig ist dieses Blog und man wird hier in Zukunft eine bunte Auswahl der unterschiedlichsten Artikel finden. Und damit auch für jeden etwas. Natürlich kann man nicht von heute auf morgen umschalten auf die totale Selbstversorgung, auf ein Stückchen Land ziehen und fortan praktisch alels selbst produzieren, so dass man nur noch Pfeffer und Salz, sowie Pulver und Blei kaufen muss. Selbstversorgung ist aber ein Gedanke, der sich auch in kleinen Ansätzen, Stück für Stück verwirklichen lässt. Jedes kleine Stück, das wir selbst herstellen, jede kleine Reparatur, die wir selbst ausführen und jeder eigenständig gefasste Gedanke sind kleine Schritte, die uns freier machen und dem Ziel eines eigenverantwortlichen Lebens ein kleines oder auch größeres Stück näher bringen. Selbstversorgung ist so gesehen kein Zustand, sondern eine Einstellung, eine Philosophie. Ihr kann man auch folgen, wenn man - noch - in einer Hochhauswohnung in der Großstadt lebt und zunächst noch nicht viel mehr tun kann, als sich bei einem Ausflug aufs Land ein paar Schlehen zu sammeln um sich einen feinen Likör anzusetzen.

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von Fokko - veröffentlicht in: Allgemeines
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